{"id":279,"date":"2014-10-01T11:00:24","date_gmt":"2014-10-01T09:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/BERNHARD-LASSAHN\/?p=279"},"modified":"2023-09-25T20:35:39","modified_gmt":"2023-09-25T18:35:39","slug":"auf-dem-schwarzen-schiff","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=279","title":{"rendered":"Auf dem schwarzen Schiff"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-323\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss15_namibia-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es gibt dazu auch einen Text in <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=3733\">englischer<\/a> Sprache<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Auf dem schwarzen Schiff<\/h2>\n<p>ist ein Taschenroman \u00fcber &#8222;Operation Namibia&#8220;, bei der auf einem Segelschiff B\u00fccher nach Afrika gebracht werden sollten &#8211; eine symbolische und zugleich konkrete Aktion, in der wir sofort den Geist der 70er Jahre erkennen, als John Lennon noch lebte. Ich wollte immer schon mal eine richtigen Schm\u00f6ker schreiben, so was in der Art wie &#8222;Meuterei auf der Bounty&#8220;. Als mir Raphael Schell eines Tages von seinen Abenteuern an Bord der &#8218;Golden Harvest&#8216; erz\u00e4hlt hat, war ich so verzaubert, dass ich selber einige Tatorte in Afrika aufgesucht und \u00dcberlebende in London und Aukland befragt habe. Zun\u00e4chst hatte ich mit dem Titel &#8222;Friedenspiraten&#8220; gelieb\u00e4ugelt, Raphael dagegen mit &#8222;Blues der B\u00fccher&#8220; &#8211; beides stimmt. Es ist ein Beitrag zur Friedensbewegung und eine Liebeserkl\u00e4rung an das Buch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Hier stelle ich das Buch in einem kurzen Video vor:<\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9jIADoSt_FQ\" width=\"1234\" height=\"694\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-287\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss_inhaltsverzeichnis-134x150.gif\" alt=\"adss_inhaltsverzeichnis\" width=\"134\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: upper-roman;\">\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=2\">Die Geschichte des Buches<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=3\">Was ist Operation Namibia?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=4\">Die Crew der Golden Harvest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=5\">Fotos aus dem Nachla\u00df von Kris Wood<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=6\">Fragen von Wieland Freund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=7\">Pressestimmen zum Buch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h1><a name=\"I\"><\/a>Die Geschichte des Buches<\/h1>\n<p>\u201eI&#8217;ve never been to Africa, but it comes up in my dreams&#8230;\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss01.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-288\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss01-150x150.jpg\" alt=\"adss01\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ich war tats\u00e4chlich noch nie in Afrika gewesen, als ich Raphael Schell vor etwa zehn Jahren \u2013 So lange ist das her! \u2013 bei einer off-decomenta-Ausstellung traf. Er hatte seine Erlebnisse auf gro\u00dfen Bildern festgehalten, aus dem Ged\u00e4chtnis, auf Bauplatten, auf die er ein St\u00fcck Leinwand getuckert hatte.<\/p>\n<p>Die Bilder hatten ein Geheimnis; es fehlten die Menschen. Es sah aus, als w\u00e4ren es Tatorte, von denen man hastig alle Leichen weggeschafft hat, um ja keine Spuren zu hinterlassen. Alle Bilder mussten noch erkl\u00e4rt \u2013 oder sagen wir mal: sie mussten noch illustriert werden, auch wenn sie schon bunt waren.<\/p>\n<p>Raphael fing an zu erz\u00e4hlen:<\/p>\n<p>Vor mehr als zwanzig Jahren war er Mitglied einer gewaltfreien Aktion, die verbotene B\u00fccher auf einem Segelschiff nach Namibia bringen wollte, um so die Unterdr\u00fcckung durch Zensur und Apartheid anzuprangern und letztlich zu Fall zu bringen. Er hatte ihm noch den Belegnagel von seinem geliebten Schiff, der Golden Harvest. Er hielt immer noch Nachtwachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch als er mir seine Erlebnisse auf etwa 40 Kassetten gesprochen hatte (was ich an dem Rand der psychischen Ersch\u00f6pfung <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-289\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss02-150x150.jpg\" alt=\"adss02\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>brachte), war er lange nicht fertig. Er lebt in Kassel, aber ist immer noch in Afrika.<br \/>\nWeil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte, hab ich ihm den Stoff abgekauft \u2013 richtig mit Vertrag und Geld\u00fcberweisung. Es hat nicht viel gen\u00fctzt. Ich konnte lange nichts dar\u00fcber schreiben.<\/p>\n<p>Weil Raphael immer noch nicht \u00fcber Lagos, nicht \u00fcber San Antonio hinweg war. Es war zu viel f\u00fcr ein einziges Leben. Dabei war er noch jung gewesen, voller power, love and energy, nicht mal vollj\u00e4hrig. Er kommt aus dem Landesinneren und liebt das Meer- wie wir alle, mehr oder weniger. Bei ihm war es etwas mehr. In seiner Familie wurde schon gespottet, dass er ein Opfer der Schlager von Freddy Quinn geworden ist. So wurde er zum Jungen, der nicht so bald wiederkam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe noch einen \u00dcberlebenden getroffen. Hans lebt in Berlin. Man kennt ihn vielleicht vom Sehen: Er stand immer nachts am Bahnhof Zoo mit der neuesten Ausgabe der \u201etaz\u201c. Hans spricht nicht so viel wie Raphael. Er hatte so viel erlebt, dass er nicht einfach <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-290\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss03-150x150.jpg\" alt=\"adss03\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>zur\u00fcck nach Deutschland kommen konnte, nach allem was passiert war. Immerhin hatte er eine Kiste mit Briefen, Zeitungsartikeln und Protokollen aufgehoben.<\/p>\n<p>Darin sind die sp\u00e4ten 70er Jahre protokolliert \u2013 es ist meine Zeit, da war ich auch so jung wie die Helden damals. Ich erinnere mich noch sehr an all das politisch Denken und Tr\u00e4umen. Damals gab es das Wort \u201eGutmenschen\u201c noch nicht, aber \u201erelevant\u201c und \u201eSp\u00e4tkapitalismus\u201c. Ich bin auch Kriegsdienstverweigerer. Mit der Mappe von Hans war es nicht mehr nur die Geschichte von Raphael, sondern: talkin about my generation.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich liebe ich B\u00fccher \u2013 ich war sofort \u00fcberzeugt von diesem book project und h\u00e4tte da selber gerne mitgemacht, wenn ich es gewusst h\u00e4tte. Es ist eine wunderbar poetische Idee: Auf einem Segelschiff reisen junge Menschen aus verschiedenen Nationen in Richtung Namibia \u2013 mit B\u00fcchern an Bord. Ein friedliches Bild. Doch die B\u00fccher sind Sprengstoff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn S\u00fcdafrika, das den Hafen von Walfish-Bay beanspruchte, diese B\u00fccherspenden an Land lie\u00dfe, w\u00e4re ihr Unterdr\u00fcckungssystem von Kontrolle und Zensur eingebrochen wie ein Damm, der ein Leck hat. Wenn sie dagegen die Einfuhr verweigerten, was sie <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-291\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss04-150x150.jpg\" alt=\"adss04\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>eigentlich nicht k\u00f6nnten, zumal die Crew eine UN-permission hatte, w\u00fcrde sich S\u00fcdafrika vor der Welt\u00f6ffentlichkeit blamieren. Letztendlich k\u00f6nnte man die Menschen sowieso nicht davon abhalten, B\u00fccher zu lesen.<\/p>\n<p>So wie Donovan bekanntlich einen Aufkleber auf der Gitarre hatte THIS MACHINE KILLS (von Woody Guthrie abgeguckt, bei dem es der Zusatz FASCISTS gab); um die Gef\u00e4hrlichkeit solcher Lieder wie &#8218;Universal Soldier&#8216; zu betonen, so k\u00f6nnte so ein Sticker auch auf so manchem der B\u00fccher geklebt haben (deren Besitz mit f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis bestraft wurde) \u2013 B\u00fccher, die im Schafspelz einer non-violent action, Fahrt aufgenommen hatten Richtung Namibia.<\/p>\n<p>Doch es gen\u00fcgt nicht, B\u00fccher zu lesen. Sie verf\u00fchren einen ja, selber etwas zu erleben und die Welt kennen zu lernen. Zuerst war ich in The Gambia. Mir war sofort klar, dass ich da noch mal hin muss. Da wieder diese Intensit\u00e4t wie von den Kassetten von Raphael \u2013 es war alles too much, mehr, als ich h\u00e4tte tr\u00e4umen k\u00f6nnen: Es war zu hei\u00df, alles ging viel zu langsam; die Menschen kamen einem zu nah, man musste sie einfach lieben und f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Schriftsteller hat man eine Einsamkeit, \u00fcber die ich an dieser Stelle nicht lamentieren will \u2013 nur so viel: Wenn man versucht, in Afrika alleine zu reisen, kommt man nicht weit. Ich habe es versucht. Zuerst in Togo. Es war gerade Valentinstag. Ich freundete mich mit einem Mann an, der \u2013 zuf\u00e4llig \u2013 Valentin hei\u00dft. Mit ihm war ich im Hafen und bereiste Benin. Er braucht dringend Geld, er nimmt auch Gebrauchtwagen. Also, falls zuf\u00e4llig jemand &#8230;<a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-292\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss05-150x150.jpg\" alt=\"adss05\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es kam noch schlimmer. Lagos erreichte ich mit Versp\u00e4tung gegen die dringende Empfehlung des &#8218;lonely planet&#8216;-Reisef\u00fchrers, der lapidar bemerkt: \u201eDon&#8217;t arrive at night!\u201c Ich hatte mich vorbereitet und verschwiegen, dass ich Schriftsteller bin, aber ich hatte mir nicht vorgestellt, dass sie mich verh\u00f6ren w\u00fcrden wie ein Verbrecher. Mein <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-293\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss06-150x150.jpg\" alt=\"adss06\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Gep\u00e4ck wurde nur deshalb nicht gefilzt, weil es gar nicht da war.<\/p>\n<p>Ein Uniformierter br\u00fcllte mich an &#8211; (offenbar der normale Umgangston):<br \/>\n&#8222;I give you one advice: go back now!\u201c Dann lauter, als w\u00e4re ich begriffs-stutzig: \u201eI told you to go back now!\u201c Es gab Warnungen, dass man kein Trinkgeld geben d\u00fcrfte (ich hatte extra Dollars in den Schuhen) \u2013 Defaulters will be arrested. Was nun? Meine erste Nacht verbrachte ich auf dem Sofa der Drogenfahndung. Am Morgen hatte ich neue Freunde, die mir versicherten, dass Jesus mich liebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fela Anikulapo Kuti wurde gerade aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen und war wieder in den Schlagzeilen, wie damals, als das schwarze <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-294\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss07-150x150.jpg\" alt=\"adss07\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Schiff in Apapa einlief. Ich habe seinen Laden aufgesucht und sein Buch &#8218;Why Blackmen Carry Shit&#8216; gekauft. Man durfte sich nicht setzen und nicht l\u00e4nger als 10 Minuten der Musik zuh\u00f6ren. Es war auch nicht gestattet, politische Diskussionen zu f\u00fchren. Sein Shrine <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-295\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss08-150x150.jpg\" alt=\"adss08\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>war nicht zug\u00e4nglich, der ganze Compound war von Polizisten umstellt.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter war ich in Cape Town &#8211; im ehemaligen Feindesland. Hier gibt es inzwischen so eine Bibliothek mit B\u00fcchern zur wahren Geschichte, mit true african thinking, black heritage \u2013 B\u00fccher, die dem neuen Afrika zur eigenen Identit\u00e4t verhelfen k\u00f6nnen. So wie es Fela Kuti gefordert hat und vor ihm schon Dr. Kwame Nkrumah. Hier war genau so eine Freiheitsbibliothek, wie sie die Friedenspiraten so gerne schon in den 70er Jahren errichtet h\u00e4tten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-296\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss09-150x150.jpg\" alt=\"adss09\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem Internet-Caf\u00e9 habe ich gleich nach den beiden peace-ships suchen lassen, nach Golden Harvest und Fri (die auch vor Mururoa kreuzte und schon in den 30er Jahren Juden aus Deutschland raus brachte). Die Schiffe waren schlie\u00dflich Vork\u00e4mpfer so einer Freiheitsbibliothek. Dann habe ich mich in die kleine Karoo-W\u00fcste zur\u00fcckgezogen zu Jans Rautenbach, einem Filmemacher, der an vielen Dokumentationen zur Geschichte Afrikas gearbeitet hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss10.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-297\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss10-150x150.gif\" alt=\"adss10\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Im Internet-Caf\u00e9 gab es inzwischen Neuigkeiten. Nur im Caf\u00e9. Nicht im Internet. Ein Besucher, der nur Kaffee trinken wollte, hatte den Zettel gesehen und kannte die Fri vom H\u00f6rensagen. Im Internet war das alles unbekannt. Kein Wunder. Es ist noch eine Geschichte aus einer Zeit, in der das Herrschaftswissen (wie man damals sagte) noch in Buchform transportiert werden musste. Da war Zensur noch m\u00f6glich. Da galt auch das Buch noch etwas.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-298\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss11-150x150.jpg\" alt=\"adss11\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Nun ist sowieso Schluss mit Zensur, &#8211; und mit Apartheid (wom\u00f6glich auch mit der Kriminalisierung von Hanf \u2013 oder?). Das Buchprojekt der Operation Namibia auf den beiden peace-ships Golden Harvest und Fri war noch eines der letzten gro\u00dfen Auftritte in der Geschichte des Buches so wie wir es kennen.<\/p>\n<p>Ich habe versucht, weitere \u00dcberlebende aufzusp\u00fcren. Neuseeland ist klein. Die zweite Stimme am Telefon war die von Anna. Im Buch werden Babyfotos von ihr rumgereicht. Die gro\u00dfe Anna hat ihre Poster von der Decke genommen, um f\u00fcr mich ein Moskitonetz \u00fcberm Bett anzubringen. Sie hat ihren Eltern das Leben gerettet, weil sie ihretwegen die Raibow Warrior verlassen hatte, eh sie vom Geheim-dienst in die Luft gesprengt wurde. Ihretwegen hatten sie auch die Golden Harvest verlassen. Auch rechtzeitig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-299\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss12-150x150.jpg\" alt=\"adss12\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ich war \u2013 nach fast sieben Jahren \u2013 so gut wie fertig mit dem Manuskript, da kam die Nachricht, dass Kris tot ist. Er h\u00e4tte das Buch schreiben m\u00fcssen. Er war der &#8222;responsible officer f\u00fcr press and public relation&#8220; (zust\u00e4ndig f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit, wie man auf deutsch sagt). Er hatte mir noch gefaxt, dass er immer noch davon tr\u00e4umt, so ein Buch zu schreiben, wenn er nicht Wichtigeres zu tun h\u00e4tte &#8211; n\u00e4mlich den Regenwald zu retten.<\/p>\n<p>Es gab ein meeting REMEMBER KRIS in London. Da kamen sie noch mal alle zusammen. Es war sehr aufregend \u2013 und auch ein bisschen gruselig \u2013 f\u00fcr mich, all die Figuren aus dem Buch als richtige Menschen zu treffen (aber das geh\u00f6rt wieder zum Thema Einsamkeit des Schriftstellers). Erst wenig sp\u00e4ter habe ich mich in Tr\u00e4nen aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-300\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss13-150x150.jpg\" alt=\"adss13\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Treffen selber war recht nett: Es gab Nudeln, Weine aus S\u00fcdafrika, wir haben seine Lieblingssongs aufgelegt, Fotos rumgehen lassen und Videos von Regenwald-Aktionen angeguckt. Es war wie bei einem Kamikaze Bodenpersonal reunion meeting. Ich kriegte das Logbuch der Golden Harvest zum Kopieren; ich habe Jude umarmt, und Barry hat mir vorgef\u00fchrt, wie leicht er seine f\u00fcnften Z\u00e4hne rausnehmen kann (die dritten und vierten <a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-301\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss14-150x150.jpg\" alt=\"adss14\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>hat er in Afrika eingeb\u00fc\u00dft).<\/p>\n<p>Barry ist \u00fcbrigens sicher, dass Kris ermodert wurde. Er will demn\u00e4chst nach S\u00fcdafrika. Da will er erforschen, ob nicht doch der Geheimdienst bei dem Buchprojekt mitgemischt hat. Denn Operation Namibia \u2013 wenn man sich das recht \u00fcberlegt \u2013 konnte eigentlich nicht scheitern. Nun ist jedenfalls ein Buch daraus geworden. So wie ein Buch sein muss: ein Abenteuerroman mit richtigen Menschen.<\/p>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">zur\u00fcck<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=3\">Was ist Operation Namibia?<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>II\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was ist Operation Namibia?<\/h2>\n<h2>Operation Namibia<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss15_namibia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-323\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss15_namibia-150x150.jpg\" alt=\"adss15_namibia\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Operation Namibia ging von den Universit\u00e4ten in London und Philadelphia aus. Es wurden B\u00fccher gesammelt, die verbotenerweise vor den Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit auf einem Segelschiff nach Namibia gebracht werden sollten \u2013 als konkrete und zugleich symbolische Aktion, mit der letztlich das System von Zensur und Apartheid zu Fall gebracht werden sollte.<a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss17_namibia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-324\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss17_namibia-150x150.jpg\" alt=\"adss17_namibia\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>In the summer of 1976, a boat will sail from Portsmouth, England, bound for Namibia. It will carry a cargo of books collected by various groups and individuals around the world. The aim of Operation Namibia is to deliver the books openly to the Namibian National Convention, which has set up a library to receive them, and to generate awareness of the illegal presence of South Africa, and the plight of the Namibians.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss17_namibia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-324\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss17_namibia-150x150.jpg\" alt=\"adss17_namibia\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Operation Namibia realises that, to allow the cargo into the country without interference, the South Africans must concede some significant aspect of their control. Our major aim is to encourage such consessions using direct approach, dramatic symbolism, open organisation and transnational campaigning. Operation Namibia undertakes to make every nonviolent attempt to deliver the cargo of books.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=2\">Die Geschichte des Buches<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=4\">Die Crew der Golden Harvest<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>Die Crew der Golden Harvest<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss18_harvest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-328\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss18_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss18_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das sind sie, als sie in England aufgebrochen sind. Kris und Morishta sind schon auf dem Landwege los und kommen erst in Portugal an Bord. Momo ist sowieso erst in Banjul dazugekommen, Rafi in Apapa, Lagos.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss19_harvest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-329\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss19_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss19_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>BARRY:<br \/>\nder gespr\u00e4chige Ire, lebt inzwischen<br \/>\nin Neuseeland als Sozialarbeiter, er hat<br \/>\nsich wieder in ein Schiff verliebt und<br \/>\nlebt auch &#8222;with her&#8220; (Schiffe sind weiblich). Er will immer noch nach S\u00fcdafrika, um zu erforschen, wie sehr der Geheimdienst versucht hat, sich in die Operation Namibia einzumischen, und ob Momo f\u00fcr den Geheimdienst gearbeitet hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss20_harvest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-330\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss20_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss20_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>ELISE:<br \/>\nBarry glaubt ja auch, dass die tragische Heldin Elise ermordet wurde \u2013 \u201eMomo killed her\u201c, sagt er mit gelassener Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Jedenfalls zu mir. Nicht gerade zu ihren Eltern, die er in der N\u00e4he von New York besucht hat, wo Elise inzwischen beerdigt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-331\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss21_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss21_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/>HANS:<br \/>\nbleibt auch auf diesem Foto etwas im Hintergrund. Er ist inzwischen Vater und verkauft Freiland-Gem\u00fcse. Zuf\u00e4llig sind wir Nachbarn. Er wohnt in derselben Stra\u00dfe in Berlin wie ich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-332\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss22_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss22_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/>ROY:<br \/>\nhabe ich drei Mal getroffen: in Aukland (als ich auf dem Weg nach Samoa war, um das Buch vom &#8218;Schatz der Bananenbieger\u2019 zu schreiben), in London (bei dem Remember Kris Meeting) und dann wieder in Aukland. Er hat den skeptischen Blick und ist der kompetente Mann an Bord. Bei gruppendynamischen \u00dcbungen, bei der jeder die heimliche Hierarchie an Bord einsch\u00e4tzen sollte, stand Roy stets an erster Stelle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-333\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss23_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss23_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/>MAGGIE:<br \/>\nwiederum stand auf dem Zettel von Roy an erster Stelle. Bei gruppendynamischen \u00dcbungen &#8211; und \u00fcberhaupt. Sie war die \u00e4lteste und hat alle politisch am meisten gefordert. Ob es ausgerechnet der Becher mit der Inschrift SHE ist, den sie in H\u00e4nden h\u00e4lt, kann man nicht erkennen. Auch nicht, ob sie schon schwanger ist (was ich aber nicht glaube). Maggie ist inzwischen an Krebs gestorben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-334\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss24_harvest.jpg\" alt=\"adss24_harvest\" width=\"228\" height=\"197\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss24_harvest.jpg 228w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss24_harvest-150x129.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/>IAN:<br \/>\nkommt aus Australien. Er war damals Tischler. Alle wussten von Anfang an, dass er nicht lange dabei bleiben w\u00fcrde, aber \u2013 okay \u2013 er hat auf seine Weise die Sache unterst\u00fctzt und hat sich dann, kaum war die Golden Harvest in Afrika, wieder abgesetzt. Soweit ich wei\u00df, gibt es keinen Kontakt mehr zu ihm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-335\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss25_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss25_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/>PETER:<br \/>\nlebt mit seinen S\u00f6hnen, Hunden und seiner Frau Elaine als Musiklehrer auf der Isle of White, wo ich ihn nun schon zwei Mal besucht habe. Er bewahrt die Fotos und Aufzeichnungen aus dem Nachlass von Kris und hat immer noch die Gitarre, mit der er auf der Golden Harvest gespielt hat, bis er vom Denhi-Fieber erwischt wurde und vorzeitig zur\u00fcck musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-336\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss26_harvest-150x150.jpg\" alt=\"adss26_harvest\" width=\"150\" height=\"150\" \/>JUDE:<br \/>\narbeitet jetzt f\u00fcr Wildworks und untersucht zum Beispiel das Revierverhalten von Flederm\u00e4usen. Im Buch erscheint sie in den Tr\u00e4umen von Rafi. Zur \u00dcberraschung der Crew wollte sie pl\u00f6tzlich wieder nach England zur\u00fcck. Was damals keiner wusste: Momo hatte ihr ein neues Leben versprochen und gesagt, dass er wenig sp\u00e4ter nachkommen w\u00fcrde \u2013 was er jedoch nicht getan hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Barry hat eines Tages zuf\u00e4llig im Stra\u00dfenverkehr von London, als er wieder mal als Lastwagenfahrer jobbte, eine Radfahrerin \u00fcberholt, die er als Jude erkannte. So hat er erst nach Jahren erfahren, warum Jude die Crew damals verlassen hatte. Sofort hat er angefangen, die Rolle von Momo in neuem Licht zu sehen und er hat sich pl\u00f6tzlich an Szenen erinnert, die im R\u00fcckblick tats\u00e4chlich verd\u00e4chtig erscheinen: Es sieht ganz so aus, als h\u00e4tte Momo versucht, einen nach dem anderen aus dem Projekt raus zu dr\u00e4ngen. Aber warum? Aus einem Macht-Instinkt heraus?<\/p>\n<p>Im Auftrag des Geheimdienstes? Es gibt noch andere Vermutungen: Jude hatte einen vertraulichen Brief erhalten, in dem sie gewarnt wurde, dass Momo ernsthaft \u201ementaly insane\u201c ist und medizinische Hilfe ben\u00f6tigt. War er etwa schizophren? Oder ein agent provocateur? Das eine schlie\u00dft das andere ja nicht aus. Elaine dagegen meint, dass Momo das Schiff einfach nur stehlen wollte. Sie gucken ja auch alle so hilflos und treuherzig, sie machen deutlich, dass sie geben wollen (sie halten die B\u00fccher-Spenden schon in der Hand).<\/p>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=3\">Was ist Operation Namibia?<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=5\">Fotos aus dem Nachla\u00df von Kris Wood<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>\u00a0Fotos aus dem Nachlass von Kris Wood<\/h2>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-279 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=339'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss27_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=340'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss28_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=342'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss30_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-342\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-342'>\n\t\t\t\tHans an Bord der\nGolden Harvest\n\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=341'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss29_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-341\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-341'>\n\t\t\t\tGanz hinten: der bleiche Rafi\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=343'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss31_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-343\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-343'>\n\t\t\t\tDas Huhn No Nonsense\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=344'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss32_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-344\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-344'>\n\t\t\t\tMomo mit Gitarre, daneben Roy\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=345'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss33_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-345\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-345'>\n\t\t\t\tKris, Roy, Hans\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=346'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss34_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-346\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-346'>\n\t\t\t\tEmpfang beim Pr\u00e4sidenten Tolbert in Liberia: Elise (mit Brille), Maggie, Roy\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=347'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss35_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=348'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss36_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-348\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-348'>\n\t\t\t\tG\u00e4ste an Bord\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=349'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss37_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-349\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-349'>\n\t\t\t\tDie Katze Grey One\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=350'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss38_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-350\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-350'>\n\t\t\t\tMorishta wird an Land gefahren\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=351'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss39_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-351\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-351'>\n\t\t\t\tMorishta an Land\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=352'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss40_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-352\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-352'>\n\t\t\t\tElise\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=353'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss41_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-353\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-353'>\n\t\t\t\tRafi (im Jeanshemd) redet mit Hans.  Elise in Wei\u00df im Hintergrund\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=354'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss42_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-354\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-354'>\n\t\t\t\tElise\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=355'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss43_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-355\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-355'>\n\t\t\t\tKris am Ruder\n\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=356'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss44_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-356\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-356'>\n\t\t\t\tKris von hinten\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?attachment_id=357'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss45_kris-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-357\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-357'>\n\t\t\t\tDie Golden Harvest heute\n in franz\u00f6sisch Guayana\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=4\">Die Crew der Golden Harvest<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=6\">Fragen von Wieland Freund<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2>V. Fragen von Wieland Freund<\/h2>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nVerstehen Sie sich als Aufkl\u00e4rer?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nErtappt. Das l\u00e4sst sich auch kaum verheimlichen. Von 1975 an, als die Vorarbeiten f\u00fcr die Operation Namibia begannen, habe ich in T\u00fcbingen f\u00fcr den Club Voltaire, den man gut \u201eClub Rousseau\u201c h\u00e4tte nennen k\u00f6nnen, Festivals organisiert mit Musik und Politik \u2013 zum Beispiel gegen die Apartheid. Das war alles sehr vom Geist der Aufkl\u00e4rung angehaucht. Mir selber kommt das schwarze Schiff manchmal vor wie der Club Voltaire T\u00fcbingen auf hoher See.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nIst der Roman ein St\u00fcck \u201eDialektik der Aufkl\u00e4rung\u201c?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nJa. Das kann man wohl sagen. Ein Titelvorschlag war deshalb auch \u201eDer Fluch der guten Tat\u201c.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nSie haben lange am Roman gearbeitet. Was hat das Schreiben so schwierig gemacht?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nMir war Afrika fremd und das Segeln. Also musste ich mit Segelschiffen mitfahren und Afrika bereisen. Schwierig war au\u00dferdem, dass die Helden noch leben. Nicht etwa dass ich ihnen den Tod w\u00fcnschte &#8211; ganz im Gegenteil: Ich war richtig niedergeschlagen, als Kris starb und ich nun keine Gelegenheit mehr hatte, ihn kennen zu lernen. Aber es ist schon eine Zumutung, wenn ich aus lebenden Menschen Figuren aus einem Buch mache.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nWas wissen Sie genau \u00fcber den Verbleib der Vorbilder Ihrer Protagonisten? Momo, Rafi, Hans, Roy etc. Wo ist Elise begraben?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nNiemand wei\u00df, wo Momo geblieben ist \u2013 und niemand will es wirklich wissen. Morishta lebt offenbar noch; er wurde zuletzt in Kanada gesehen. Rafi arbeitet als Maler in Kassel. Hans lebt in Berlin und verkauft Freiland-Gem\u00fcse. Roy lebt mit Familie in Neuseeland und unterh\u00e4lt einen kleinen Software-Laden. Barry lebt ebenfalls in Neuseeland und betreut Strafgefangene \u2013 manchmal ist er auch mit einem Schiff unterwegs.<\/p>\n<p>Kris ist in franz. Guyana gestorben, wo er auf der Golden Harvest, die an Land als eine Art Hotel diente, wohnte und von da aus Projekte zur Rettung des Regenwaldes einf\u00e4delte. Die Leiche von Elise ist nach New York \u00fcberf\u00fchrt und da in der N\u00e4he beigesetzt worden.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nSie haben mit einigen Mitgliedern der Crew gesprochen, sie kennengelernt. Was ist Ihnen die Zeit auf der Golden Harvest? Trauma? Erinnertes Abenteuer? Schuld? Stolz?<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong><br \/>\nBei allen (so glaube ich jedenfalls) steht an erster Stelle die Trauer \u00fcber den Tod von Elise. Vermutlich an letzter Stelle kommt so etwas wie \u201eerinnertes Abenteuer\u201c oder \u201eStolz\u201c \u2013 es gibt eher ein Gef\u00fchl von Scham. Sie sehen Operation Namibia nicht unbedingt als Erfolg an. Es brechen immer wieder starke Gef\u00fchle auf. Nach \u00fcber zwanzig Jahren gab es immer noch Tr\u00e4nen, als wir Fotos von der Aktion angesehen haben.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong><br \/>\nWie ist die Operation Namibia historisch\/politisch zu verorten? Welche Rolle spielte zum Beispiel die SWAPO tats\u00e4chlich. Welche Wellen schlug Operation Namibia diplomatisch?<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong><br \/>\nImmerhin: Die SWAPO stellt mit Sam Nejuma (der im Buch noch in New York lebt und sich mit Fela Kuti heimlich in Ostberlin getroffen hat) den ersten Pr\u00e4sidenten Namibias. Wellen geschlagen hat die Operation Namibia in Deutschland nicht. Schon in <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-368\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss47_fragen.jpg\" alt=\"adss47_fragen\" width=\"165\" height=\"240\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss47_fragen.jpg 165w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss47_fragen-103x150.jpg 103w\" sizes=\"(max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/>der Vorphase, als Hans versuchte, an den Universit\u00e4ten Unterst\u00fctzer zu finden, gab es wenig Resonanz. Es war die Zeit der RAF; Afrika war genauso wenig interessant wie Gewaltlosigkeit.<\/p>\n<p>Ich habe auch in den hiesigen Archiven fast nichts gefunden. Es gab nur Berichte in kleinen Bl\u00e4ttern wie \u201epeace media\u201c. In England und auch in den USA mag das anders gewesen sein, aber ich f\u00fcrchte, dass auch da das Interesse schnell verblasste, nachdem die Aktion so einen grandiosen Auftakt hatte, sich dann aber f\u00fcr den ungeduldigen Konsumenten von aktuellen Meldungen viel zu sehr in die L\u00e4nge zog.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nWie viel Ihres Romans ist Fiktion? Wie viel \u201efaction\u201c? Wo ist der Roman Protokoll? Wo Tatsachenroman? Wo liegt darin Ihre Phantasie verborgen?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nGar nicht sehr verborgen. Der Held tr\u00e4umt viel, er erinnert sich an Deutschland. Da kommt schon viel von mir dazu. Auch durch meine Beobachtungen; denn man sieht ja nicht etwa das, was man wei\u00df, sondern das, was man sehen will.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nWelche Quellen haben Sie verwendet, wessen Quellen?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-369\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss48_fragen.jpg\" alt=\"adss48_fragen\" width=\"164\" height=\"244\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss48_fragen.jpg 164w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss48_fragen-100x150.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 164px) 100vw, 164px\" \/>Am Anfang standen etwa 100 Bilder, die Rafi gemalt hatte, um seine Erlebnisse zu verarbeiten. Dann hat er f\u00fcr mich Kassetten besprochen. Hans hatte Zeitungsartikel aufgehoben, Protokolle und Infos. Ich habe Roy in Neuseeland aufgesucht und dort auch Barry getroffen und \u2013 als es eigentlich schon zu sp\u00e4t war \u2013 ergreifende Gespr\u00e4che gef\u00fchrt mit Jude und Peter Ellis, der Fotos und Materialien aus dem Nachla\u00df von Kris verwahrt.<\/p>\n<p>Ich habe nat\u00fcrlich B\u00fccher gelesen von Nelson Mandela oder Dr. Kwame Nkrumah. Fela Kuti hatte bei einer so genannten Volksuniversit\u00e4t Vortr\u00e4ge gehalten (Daraus habe ich einiges Momo in den Mund gelegt). Das &#8218;Totenschiff\u2019 wirft seine Schatten auf das schwarze Schiff und die &#8218;Meuterei auf der Bounty\u2019. Am besten hat mir Ryszard Kapuscinski gefallen &#8211; besonders viel habe ich dem Filmemacher Jans Rautenbach zu verdanken.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nF\u00fcr wie verl\u00e4\u00dflich halten Sie Ihre Quellen?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nOffenbar hat jeder der Beteiligten einen anderen Film gesehen. Barry glaubt beispielsweise, dass Elise in Wirklichkeit ermordet wurde. Am meisten gehen die Meinungen \u00fcber Momo auseinander. Die einen glauben, dass er f\u00fcr den s\u00fcdafrikanischen Geheimdienst t\u00e4tig war und die Aufgabe hatte, die Aktion von innen her zu zerst\u00f6ren. Andere wiederum glauben, dass er selbstzerst\u00f6rerisch war, geistig verwirrt und medizinische Hilfe gebraucht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Vielleicht war er nur ein radikaler Vertreter der Rastafari und der Black Supremacy. Oder es war eine Art Diebstahl, der ihm sogar nahe gelegt wurde, weil es immer hie\u00df: the ship belongs to the people. Da hat er sich eben gesagt: das Volk bin ich. Vielleicht stimmt alles gleichzeitig. Ich habe jedenfalls versucht, so wenig wie m\u00f6glich zu werten; ja, sogar darauf zu achten, dass Momo nicht allzu schlecht weg kommt.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nAfrika ist f\u00fcr Sie Recherche gewesen. Welches Verh\u00e4ltnis haben Sie zum Kontinent gewonnen?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nMeiner Tochter habe ich versucht, das so zu erkl\u00e4ren: Man hat mehr Angst als hier \u2013 vor Krankheiten, Tieren. Das Essen schmeckt schlecht. Das Wetter ist eine Zumutung. Und dann diese Armut! Aber es gibt auch einen unglaublichen Reichtum; das Wetter ist viel besser, das Essen schmeckt wunderbar, und man freut sich viel mehr. Man f\u00fcrchtet die Leute mehr, aber mag sie auch lieber.<br \/>\n<strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nProtokoll der 70er Jahre, sagen Sie. Ich war damals ein (kleines) Kind. War das eine schreckliche Zeit?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nNun ja, die Zeiten sind immer schrecklich. Die Zeiten sind aber auch immer gut. Man ist allerdings nur einmal jung.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nRAF, 68, Friedensbewegung, erste Gr\u00fcne, Operation Namibia.<br \/>\nWo sind die Zusammenh\u00e4nge?<br \/>\nWo werden sie augenf\u00e4llig?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nIm R\u00fcckblick erscheint das oft alles als zusammengeh\u00f6rig. War es aber nicht.\u00a0 68 &#8211; nein, eigentlich nicht. Auch ich gelte manchmal als ein 68er, aber da war ich erst siebzehn und hatte weder eine Freundin noch einen F\u00fchrerschein.\u00a0 Wie sollte ich mich da gro\u00df an der Revolution beteiligen? Erste Gr\u00fcne und Friedensbewegung (die allerdings erst sp\u00e4ter so richtig in Erscheinung trat) passt schon besser. Die beteiligten Engl\u00e4nder kennen sich von der Uni.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nDie Figur Rafi ist anders als die anderen Figuren. Er hat oft den &#8222;apolitical blues&#8220;, er ist ein Exotist (vielleicht), er denkt in (Medien-) Bildern. Geh\u00f6rt er \u00fcberhaupt zu der Generation der ON-Aktivisten?<\/p>\n<p>Er k\u00e4mpft immer darum, anerkannt zu werden. Dann wiederum bezeichnet er das Schiff als sein Zuhause, auch wenn ein richtiges Zuhause ein Ort sein sollte, an dem man nicht darum k\u00e4mpfen muss, anerkannt zu werden. Dass er so wenig von politischen Dingen wei\u00df, kann man schon entschuldigen: Er war ja nicht bei den Vorbereitungen dabei.\u00a0 Und wer wei\u00df schon, dass die Befreiungsbewegung in Angola von drei Dichtern gegr\u00fcndet wurde?<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nDie Songs: Welche Rolle spielen sie? Welche Art Pop ist das? Ist das Pop \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nPop \u2013 jawohl. Also nicht nur Musik f\u00fcr eine Szene. Keine Musik zur Abgrenzung, sondern f\u00fcr general audience. Gruppen wie die Beatles hatten aus dem muffigen Rock\u2019n\u2019Roll aus Gew\u00f6lbekellern eine Popkultur f\u00fcr die ganze Familie gemacht. Die Musik wurde die lingua franca. Man kann gut zum Lesen eine CD laufen lassen. Musik ist fast so etwas wie die Religion von heute. Bei Reggae ist das klar. Auch bei den Songs \u201ewith meaning\u201c.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nHaben Sie sich Sorgen gemacht dar\u00fcber, dass gerade Momo, der Schwarze, und Elise, die Frau, die sind, die das Projekt endg\u00fcltig korrumpieren? PC ist das ja gerade nicht.<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nMeine Mutter hat sich schon Sorgen gemacht: \u201eJunge, das kannst du doch nicht machen. Das Buch hat doch keine Lobby.\u201c Andere, denen PC l\u00e4nger auf die Nerven geht, haben die H\u00e4nde gerieben: \u201eNa, endlich: der Neger und die Frau setzen alles in den Sand!\u201c<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-371\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss50_fragen.jpg\" alt=\"adss50_fragen\" width=\"228\" height=\"153\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss50_fragen.jpg 228w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss50_fragen-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><br \/>\nEs hei\u00dft \u00fcbrigens wirklich \u201eNeger\u201c in Westafrika (das hat mit dem Flu\u00df Niger zu tun, und wird im Buch von der \u201aN\u00e9gritude\u2019 von L\u00e9opold Senghor beschworen, auch Heile Selassi hatte den Ehrentitel \u201enegus negesti \u2013 Neger aller Neger\u201c). Dennoch. Ich habe auf das Rechthaben verzichtet und den Begriff \u201eNeger\u201c gemieden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-372\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss51_fragen.jpg\" alt=\"adss51_fragen\" width=\"164\" height=\"243\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss51_fragen.jpg 164w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss51_fragen-101x150.jpg 101w\" sizes=\"(max-width: 164px) 100vw, 164px\" \/>Yoko Ono meinte ja, dass PC die Fortsetzung von dem ist, was John Lennon (und sie nat\u00fcrlich) mit ihren Aktionen eingeleitet haben. Gleichzeitig hat sie eine gewisse Humorlosigkeit beklagt und konnte sich letztlich doch nicht zu PC bekennen. Wenn PC nun so weit geht, dass man nicht mehr schreiben darf, wie es wirklich war, dann ist es eine neue Form von Zensur. Dann kriegen wir es wieder mit Leuten zu tun wie den Helden vom B\u00fccherprojekt.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nHalten Sie Ihre Protagonisten f\u00fcr Egomanen?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-373\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss52_fragen.jpg\" alt=\"adss52_fragen\" width=\"228\" height=\"153\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss52_fragen.jpg 228w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss52_fragen-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/>Egoistisch durfte man damals auf keinem Fall sein. Man sollte K\u00e4mpfer f\u00fcr die gute Sache sein und sich notfalls aufopfern. Meine Protagonisten waren dann auch eher M\u00e4rtyrer. Roy hat sogar mal gesagt, dass sie damals eifrig um die Wette gem\u00e4rtyrert haben. Aber so etwas konnte er auch erst im R\u00fcckblick sagen.<\/p>\n<p>Damals haben die politisch Aktiven sich gegenseitig stark unter Druck gesetzt und jeweils den anderen vorgeworfen, dass sie blo\u00df Identit\u00e4tspolitik betrieben, dass es ihnen also mehr um die eigene Identit\u00e4t ginge (dass sie sich moralisch gut f\u00fchlen k\u00f6nnen), als um das, was wirklich \u201epolitisch relevant\u201c war. Aber auch M\u00e4rtyrer k\u00f6nnen ganz sch\u00f6n egoistisch sein. Bei George Harrison hei\u00dft es: \u201eeven those tears: I, me, mine!\u201c<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nSind die B\u00fccher an Bord der GH wirklich Sprengstoff? Oder vielleicht Manifestation von Hilflosigkeit? Dokumente der Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung gar?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-374\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss53_fragen.jpg\" alt=\"adss53_fragen\" width=\"228\" height=\"144\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss53_fragen.jpg 228w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss53_fragen-150x94.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/>Die Frage reiche ich gleich weiter an diejenigen, die diese Zensur eingef\u00fchrt haben und den Besitz bestimmter B\u00fccher mit f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis bestraften. Beispielsweise B\u00fccher von Hemingway (weil so etwas nicht zu dem offiziellen Menschenbild pa\u00dfte) oder ein Buch wie &#8218;Black Beauty\u2018 (allein wegen des Titels. In Wirklichkeit ist es ein Buch \u00fcber ein Pferd). So waren es sogar die Zensoren selber, die zur Aufwertung des Buches beitrugen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-375\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss54_fragen.jpg\" alt=\"adss54_fragen\" width=\"228\" height=\"136\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss54_fragen.jpg 228w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss54_fragen-150x89.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/>B\u00fccher galten allgemein als die Form, in der das so genannte Herrschaftswissen transportiert werden konnte. Es war auch die Zeit der politischen Buchl\u00e4den, die in England landesweit B\u00fccher f\u00fcr das Projekt gesammelt hatten. Es klingt gewaltig, es so zu sagen, aber: Das B\u00fccherprojekt der Operation Namibia war eines der letzten gro\u00dfen Auftritte in der Geschichte des Buches. Heute sieht das anders aus. Aber etwas hilflos wirkt meine Mannschaft schon. Ich denke aber, dass der Eindruck vor allem dadurch entsteht, dass sie sich dem passivem Widerstand und der Idee der Gewaltlosigkeit verpflichtet sahen.<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nDiskursethik. Was f\u00e4llt Ihnen dazu ein?<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-376\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss55_fragen.jpg\" alt=\"adss55_fragen\" width=\"200\" height=\"136\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss55_fragen.jpg 200w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/adss55_fragen-150x102.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><br \/>\nAuf der Golden Harvest hie\u00df das immer \u201econsensus\u201c. Oder auch \u201econsensus descission making\u201c, manchmal sogar \u201econsensus descission making bullshit\u201c. Dazu gab es ganze Kapitel, die der K\u00fcrzung zum Opfer fielen. Aber zum politischen Selbstverst\u00e4ndnis der Helden damals geh\u00f6rt das Problem unbedingt dazu. Das Ideal vom consensus wurde stark strapaziert. Keiner durfte die anderen dominieren.<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nEs war auch nicht gerade leicht, einen consensus herzustellen. Es gab ein B\u00fcro in Philadelphia und eins in London. Dazu zwei Mannschaften auf zwei Schiffen, zu denen oft monatelang kein Kontakt bestand. Und an Bord wollte keiner Kapit\u00e4n sein (bei der Gruppe &#8218;Amon D\u00fcll\u2018 wollte fr\u00fcher auch keiner Schlagzeuger sein, weil der sonst eine fragw\u00fcrdige Machtposition innegehabt h\u00e4tte).<\/p>\n<p><strong>FRAGE:<\/strong><br \/>\nUnd wenn der Erlk\u00f6nig nichts anderes w\u00e4re, als die eigene gute Absicht: &#8222;Du liebes Kind, komm geh mit mir&#8230;&#8220;<\/p>\n<p><strong>ANTWORT:<\/strong><br \/>\nGute Absicht, oh ja! Aber auch Tat. Ich sagte ja schon, dass die Helden ihre Operation Namibia nicht gerade als Erfolg ansehen. Aber ist denn nicht all der \u201eeffort\u201c, all die \u201elove\u201c eine Form von Energie? Und gibt es nicht sogar ein Naturgesetz, nach dem Energie gar nicht verloren geht? Und hie\u00dfe das nicht, dass es eigentlich keine vergebliche Liebesm\u00fch gibt?<\/p>\n<p>Ein weiterer Titelvorschlag war \u00fcbrigens \u201eDer Fl\u00fcgelschlag des Schmetterlings\u201c; denn der Japaner an Bord glaubt, dass durch den Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings auf der einen Seite der Welt ein ganzer Berg auf der anderen Seite der Welt zum Einsturz gebracht werden kann.<\/p>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=5\">Fotos aus dem Nachla\u00df von Kris Wood<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=7\">Pressestimmen zum Buch<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<blockquote><p>\u201eEin fesselnder Reisebericht und ein psychologischer Abenteuerroman.\u201c<br \/>\nStern<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eDas missgl\u00fcckte Ende der Mission der Friedensfreunde ist also auch zutiefst symbolisch. Lassahn erz\u00e4hlt eine Geschichte \u00fcber gescheiterte Tr\u00e4ume. Eine Abenteuergeschichte. Eine bittere Geschichte. Aber auch eine komische. Das liegt daran, dass wir das Geschehen durch Rafis eingeschr\u00e4nkten Blickwinkel sehen. Es macht Vergn\u00fcgen, sich schlauer zu f\u00fchlen als der Erz\u00e4hler. Es macht Spa\u00df, dieses spannende und vielschichtige Buch zu lesen. Wenn die Geschichte nicht wahr w\u00e4re, h\u00e4tte sie erfunden werden m\u00fcssen.\u201c<br \/>\nWestfalenpost<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eDoch der Traum vom einfachen Leben auf See endet in einer Fahrt ins Ungewisse. Nicht nur die riskante B\u00fccherfracht birgt Gefahren, auch der dunkle Kontinent mit seinen ungeahnten Herausforderungen und die Enge des Bootes stellen die Besatzung vor immer neue Bew\u00e4hrungsproben. Mit dem Motto \u201eLiebe und Frieden\u201c brachen die Helden auf und erhielten ihre Lektion: Sage nie etwas Schlechtes \u00fcber einen Farbigen oder gar \u00fcber eine Frau.\u201c<br \/>\nNordwestzeitung<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eBernhard Lassahn, der an der \u201eK\u00e4pt\u2019n Blaub\u00e4r\u201c-Serie mit Walter Moers zusammengearbeitet hat, kennt die Schatzinsel und Schiffsjungentr\u00e4ume. Und er ist auf einen bedeutenden Stoff gesto\u00dfen, der sich so oder \u00e4hnlich in der Wirklichkeit abgespielt haben mag &#8230; Als politische Parabel \u00fcber die Dialektik der Befreiung ist Lassahn ein gro\u00dfer Wurf gelungen, eine \u201eAnimal Farm\u201c der Sponti-Generation.\u201c<br \/>\nFrankfurter Allgemeine Zeitung<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eBernhard Lassahn beschreibt voller Humor die politischen und zwischenmenschlichen Wirrungen der multikulturellen Besatzung, schildert aber auch die H\u00e4fen Afrikas, in denen Korruption und Gewalt regieren \u2026 Anhand der Entwicklung Rafis vom naiven Schw\u00e4rmer zum n\u00fcchternen Realisten beschriebt der Autor manchmal witzig, manchmal melancholisch, aber immer authentisch das Ende einer Epoche. &#8218;Auf dem schwarzen Schiff&#8216; ist eine spannende Mischung aus politischer Dokumentation und Realsatire einerseits, Abenteuer- und Entwicklungsroman andererseits. Nicht umsonst erinnert man sich beim Lesen an B\u00fccher wie William Goldings &#8218;Herr der Fliegen&#8216; oder Alex Garlands &#8218;Der Strand&#8216;.<br \/>\nFlensburger Tagblatt<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201eDie Geschichte allerdings, die er zu erz\u00e4hlen hat, ist, wo sie auf Tatsachen beruht, nicht nur erhellend, sondern grell. &#8218;Auf dem schwarzen Schiff&#8216; ist ein Lehrst\u00fcck von der abgr\u00fcndigen Bosheit der guten Absicht. Denn merke: Stets muss das Opfer seinen Henker tr\u00f6sten. Nur f\u00fcr ihren eigenen Ablass fahren die vorgeblichen Heilsbringer mit der &#8218;Goldern Harvest&#8216; vom reichen London ins arme Afrika. Wolfgang Pohrt, gnadenlos ardornitischer Kritiker der Friedensbewegung, hat es so ausgedr\u00fcckt: &#8222;Die Alternativen liefern nur eine d\u00fcrftige Reprise der alten Geschichte vom B\u00fcrger, der nicht nur ein Million\u00e4r, sondern obendrein auch noch geliebt werden will.&#8220;<br \/>\nDie literarische Welt<\/p><\/blockquote>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 33%; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279&amp;page=6\">Fragen von Wieland Freund<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/td>\n<td style=\"width: 33%; text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/bernhard-lassahn.de\/?p=279\">Anfang<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es gibt dazu auch einen Text in englischer Sprache<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> Auf dem schwarzen Schiff <\/p>\n<p>ist ein Taschenroman \u00fcber &#8222;Operation Namibia&#8220;, bei der auf einem Segelschiff B\u00fccher nach Afrika gebracht werden sollten &#8211; eine symbolische und zugleich konkrete Aktion, in der wir sofort den Geist der 70er Jahre erkennen, als John Lennon [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"qubely_global_settings":"","qubely_interactions":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","odd"],"acf":[],"qubely_featured_image_url":null,"qubely_author":{"display_name":"Bernhard Lassahn","author_link":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?author=1"},"qubely_comment":0,"qubely_category":"<a href=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?cat=20\" rel=\"category\">B\u00fccher<\/a>","qubely_excerpt":"&nbsp; Es gibt dazu auch einen Text in englischer Sprache &nbsp; Auf dem schwarzen Schiff ist ein Taschenroman \u00fcber &#8222;Operation Namibia&#8220;, bei der auf einem Segelschiff B\u00fccher nach Afrika gebracht werden sollten &#8211; eine symbolische und zugleich konkrete Aktion, in der wir sofort den Geist der 70er Jahre erkennen, als John Lennon [...]","jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/279\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}