{"id":4372,"date":"2021-01-06T21:01:52","date_gmt":"2021-01-06T20:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=4372"},"modified":"2021-01-06T21:01:52","modified_gmt":"2021-01-06T20:01:52","slug":"the-killing-of-jordan-b-peterson-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=4372","title":{"rendered":"The Killing of Jordan B. Peterson, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4373\" src=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-scaled.jpg 2560w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-150x113.jpg 150w, http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2018-01-19-20.06.09-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon der Blick auf das Cover hatte mich entt\u00e4uscht. Das f\u00e4ngt gar nicht gut an, hatte ich mir gedacht. Und wie geht es weiter? Wie ist die \u00dcbersetzung?<\/p>\n<p>Ich nehme mir mal eine Kostprobe aus dem zweiten Kapitel zur Brust, in der es darum geht, dass wir uns selbst erstaunlicherweise schlecht behandeln und beispielsweise Vorschriften von \u00c4rzten in auff\u00e4lligem Ma\u00dfe missachten. Peterson holt weit aus und schl\u00e4gt zun\u00e4chst die Bibel auf.<\/p>\n<p>Zwei Gedanken, die er darin findet, sind uns wom\u00f6glich nicht gel\u00e4ufig und behandeln die Frage, warum uns ausgerechnet die Schlange die Erkenntnis gebracht haben soll. Das kam so: Die Gefahr durch die Schlange hat uns aufmerksam gemacht und dazu gef\u00fchrt, dass wir eine erstaunliche F\u00e4higkeit, Farben zu unterscheiden, entwickelt haben. Es war gerade diese \u201egott\u00e4hnliche Sehkraft\u201c, die es dem Menschen erm\u00f6glicht hat, nicht nur reifes Obst zu erkennen, sondern auch die Gefahr durch Schlangen so fr\u00fch wie m\u00f6glich auf dem Radar zu haben.<\/p>\n<p>Diese Kraft wurde uns, wie es bei Peterson hei\u00dft,\u00a0<em>\u201eby snake, fruit and lover\u201c\u00a0<\/em>gegeben. Es geht noch weiter. Der geschulte Blick reicht ein St\u00fcck weit in die Zukunft hinein. Die Bedeutung der Erkenntnis, die f\u00fcr uns dank der Schlange, dank Eva und dem Apfel m\u00f6glich wurde, liegt in dem Bewusstsein der eigenen Verletzlichkeit, Nacktheit und Sterblichkeit und damit zugleich in der Entdeckung der Zukunft, der zuliebe der Mensch aufgrund seiner neuen Erkenntnisse Opfer bringt.<\/p>\n<p>Wie sagt er das am besten? Peterson legt dazu einen gediegenen Slalom hin zwischen dem hohen Ton der Bibel (<em>eternally sacrifice<\/em>), einem immer wieder aufblitzenden Hang zur Abstraktion \u2013 als Professor kann er vermutlich nicht anders (<em>for all contingencies and possibilities<\/em>) \u2013\u00a0und einem gewissen Augenzwinkern, wenn er nahelegt, dass der Mensch wom\u00f6glich masochistische Neigungen hat und Dornen mag.\u00a0Es hei\u00dft bei ihm:<\/p>\n<p><em>\u201eGod says something akin to this: \u201aMan, because you attended to the woman, your eyes have been opened. Your godlike vision, granted to you by snake, fruit and lover, allows you to see far, even into the future. But those who see into the future can also eternally see trouble coming, and must then prepare for all contingencies and possibilities. To do that, you will have to eternally sacrifice the present for the future. You must put aside pleasure for security. In short: you will have to work. And it\u2019s going to be difficult. I hope you\u2019re fond of thorns and thistles, because you\u2019re going to grow a lot of them.&#8217;\u201d<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die \u00dcbersetzung ist f\u00fcr den Arsch<\/h1>\n<p>Ich hatte, bei aller Begeisterung f\u00fcr Petersons Sprache im aparten kanadischen Klangkost\u00fcm, stets gewisse Schwierigkeiten mit dem gehobenen Englisch und musste mich erst eingew\u00f6hnen. Auch Freunde von mir, denen ich Peterson ans Herz und auf den Nachttisch legen wollte, scheiterten an der Sprachbarriere. Doch nun liegt eine \u00dcbersetzung vor. Da lesen wir:<\/p>\n<p><em>\u201eGott sagt sinngem\u00e4\u00df: \u201eOkay, Kollege, nachdem du die Alte einmal klargemacht hast, siehst du besser. Aber wer sich von Schlange, Frau und Co. helfen l\u00e4sst, der kann wohl auch in die Zukunft gucken, habe ich recht? Und wer in die Zukunft gucken kann, der sieht auch die ganze Schei\u00dfe, die unter Umst\u00e4nden auf ihn zurollt. Aber Vorbereitung ist alles, sag ich mal, und deshalb sollst du von nun an keine ruhige Minute mehr haben. F\u00fcr alle Zeit wirst du dich bequemen m\u00fcssen, den wundersch\u00f6nen Tag von heute einer unsicheren Zukunft in den Rachen zu schmei\u00dfen. Kurz und gut, du sollst ackern und rackern und dir den Arsch abarbeiten. Sch\u00f6n ist was anderes, das sage ich dir gleich. Aber vielleicht stehst du ja auf Dornen und Disteln, denn die kriegst du von mir gratis obendrauf. Nur damit du wei\u00dft, wo der Frosch die Locken hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wie kann man das ernst nehmen? Gott labert nicht. Er verwendet keinesfalls F\u00fclls\u00e4tze wie \u201esag ich mal\u201c oder \u201ehabe ich recht?\u201c. \u201eSchei\u00dfe\u201c und \u201eArsch\u201c gehen gar nicht. Das ist weder der Tonfall von Peterson noch der von Gott. Es ist nicht einmal der Ton der so genannten Volx-Bibeln in Jugendsprache, die dagegen vergleichsweise charmant sind. Es gibt durchaus Beispiele von gegl\u00fcckten Simulationen von Gespr\u00e4chen mit Gott auf Augenh\u00f6he, etwa die \u201eZwiegespr\u00e4che mit Gott\u201c von Ahne, der damit auf den Leseb\u00fchnen Erfolge feiert. Es geht also. Man kann das machen. Doch dann muss man es richtig machen. Selbst an Kabarett-Standards gemessen ist die Version des Peterson-\u00dcbersetzers unter aller Sau.<\/p>\n<p>Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Vokabel \u201eshit\u201c in Petersons Schriften niemals auftaucht. Bei seinen freien Reden habe ich sie wom\u00f6glich einmal geh\u00f6rt, als er statt \u201eget your act together\u201c ausnahmsweise \u201egeht your shit together\u201c gesagt hat, aber da k\u00f6nnte ich mich get\u00e4uscht haben.<\/p>\n<p>Selbst wenn: \u201eshit\u201c sollte man nicht mit \u201eSchei\u00dfe\u201c \u00fcbersetzen. Im Deutschen ist \u201eSchei\u00dfe\u201c das ultimative \u00dcbelwort, das noch am ehesten dem englischen \u201efucking\u201c entspricht. Man w\u00fcrde also \u201ethe fucking car broke down\u201c mit: \u201eDie Schei\u00df-Karre ist verreckt\u201c \u00fcbersetzen \u2013 wenn man es \u00fcberhaupt mit einem Text dieser Sorte zu tun h\u00e4tte. Doch das haben wir nicht. So schreibt Peterson nicht. Es gibt Blogger, die extra und lustvoll so reden und schreiben. Peterson geh\u00f6rt nicht dazu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>So macht man Gelaber-Rhabarber<\/h1>\n<p>Der \u201eArsch\u201c, den der \u00dcbersetzer da eigenm\u00e4chtig hineingedr\u00fcckt hat, ist ohnehin eine speziell deutsche Vulgarit\u00e4t, die buchst\u00e4blich \u201ef\u00fcr den Arsch\u201c ist und in einem Text von Professor Dr. Jordan B. Peterson nicht nur unpassend, sondern richtiggehend sch\u00e4dlich ist. Toxisch, wie man in Feministen-Kreisen sagen w\u00fcrde. Es wirkt geradezu so, als wollte man ihm etwas antun und seine Sprache absichtlich niedermachen, seinen Sprachgestus vors\u00e4tzlich versauen.<\/p>\n<p>Es steht so nicht im englischen Text. Der \u00dcbersetzer ist nicht etwa fl\u00fcchtig \u00fcber die Seiten hinweggehuscht. Er hat Extras hineingeschrieben. Er hat sozusagen \u00dcberstunden gemacht, um den Text zu verderben. Jedenfalls einer der beiden \u00dcbersetzer. Es gibt erstaunlicherweise zwei, die sich abgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p>An der Kostprobe ist noch mehr falsch; \u201eSchei\u00dfe\u201c und \u201eArsch\u201c sind nur die beiden Knaller, die zuallererst ins Auge springen. In Petersons Text gibt es keine Bewertungen. Das ist ein wichtiger Punkt. Schlampige Bewertungen sind eine journalistische Unsitte, die inzwischen weit um sich gegriffen hat und immer weiter um sich greift, die sich bei einer literarischen Schreibweise jedoch verbietet.<\/p>\n<p>Solche Bewertungen hat der \u00dcbersetzer mutwillig hinzugef\u00fcgt. \u201eGegenwart\u201c ist im Original nicht etwa der \u201ewundersch\u00f6ne Tag von heute\u201c, sondern einfach nur Gegenwart, und \u201eZukunft\u201c ist keine \u201eunsichere Zukunft\u201c. Im Gegenteil. Die Vorausschau, die das kluge Opfer mit sich bringt, soll ja gerade die Zukunft sicherer machen. Deshalb ist auch das Opfer nicht nur eine \u00fcberfl\u00fcssige Angewohnheit aus vergangenen Tagen. Opfer bedeutet so viel wie Planung und Vorsorge. Ein Opfer ist nicht sinnlos und keineswegs etwas, das einem nimmersatten Monster \u201ein den Rachen\u201c geschmissen wird. Der falsche Zungenschlag verr\u00e4t, dass auch der Inhalt nicht richtig verstanden wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Ein einziger Brei f\u00fcr zahnlose Problemf\u00e4lle<\/h1>\n<p>So entsteht der Eindruck, dass nicht nur Gott labert. Auch Peterson wirkt durch die Extras und aufgesetzten Flapsigkeiten geschw\u00e4tziger, als er in Wirklichkeit ist. Die \u00fcberfl\u00fcssigen Verzierungen und vorschnellen Bewertungen, die wie Unkraut in seiner Prosa wuchern, lassen einen Plauderton entstehen, der billig und ungepflegt wirkt.<\/p>\n<p>Was ist mit den \u201eDornen und Disteln\u201c? Auch falsch. Sie sind bei Peterson nicht etwas, das uns Gott \u201egratis obendrauf\u201c gibt, sondern vielmehr etwas, f\u00fcr dessen Wachstum und Ausbreitung der Mensch selbst verantwortlich ist. Das ist nicht etwa ein kleiner, sondern ein gro\u00dfer, ein prinzipieller Unterschied. Er ber\u00fccksichtigt die Frage der Verantwortung und beachtet, wer etwas tut und wem etwas angetan wird.<\/p>\n<p>Doch hier wird wieder die feministische Nebelmaschine angeworfen, die alles in ein l\u00e4hmendes, aber zugleich autorit\u00e4res Passiv einh\u00fcllt und keinen Urheber erkennen l\u00e4sst. Man ger\u00e4t in einen Modus, bei dem einem alles immer nur irgendwie zust\u00f6\u00dft; es gibt nichts, dass man selbst in die Hand nehmen k\u00f6nnte. Niemand ist f\u00fcr irgendetwas zust\u00e4ndig oder verantwortlich, die Sprache ist ein einziger Brei f\u00fcr zahnlose Problemf\u00e4lle geworden und alle klagen, jammern und jaulen, dass sie immer nur Opfer sein m\u00fcssen. Genau gegen diese Mentalit\u00e4t wenden sich Petersons Ratschl\u00e4ge zur Selbsthilfe.<\/p>\n<p>Sehen wir weiter. Warum behandeln wir uns selbst nicht gut? Um diese Frage zu beantworten, geht Peterson zur\u00fcck zu der Szene, in der sich Adam sinnloserweise hinter einem Busch versteckt, als Gott ihn ruft, und Adam dabei eine j\u00e4mmerliche Figur abgibt. Peterson h\u00e4ngt ihm eine ganze Liste \u00fcbler Eigenschaften an und fragt: Warum sollte man sich um so jemanden k\u00fcmmern, auch wenn man als Gesch\u00f6pf Gottes selber \u201edieses Etwas, dieses Wesen\u201c (<em>that thing, that being<\/em>) ist? Da hier Adam als Beispiel herhalten muss, erg\u00e4nzt Peterson, dass das ebenso f\u00fcr Frauen gilt.\u00a0Es liest sich bei ihm so:<\/p>\n<p>\u201e<em>Why should anyone take care of anything as naked, ugly, ashamed, frightened, worthless, cowardly, resentful, defensive and accusatory as a descendant of Adam? Even if that thing, that being, is himself? And I do not mean at all to exclude women with this phrasing.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>In der deutschen Ausgabe hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>\u201eWarum sollte er anders mit sich umgehen, wenn er, wie wir geh\u00f6rt haben, so nackt und h\u00e4sslich, versch\u00e4mt und ver\u00e4ngstigt, so wertlos und feige und mies und link ist wie seither s\u00e4mtliche Nachkommen Adams? Wobei ich einfach mal so tue, als sei das generische Maskulinum noch g\u00fcltig. Die Frauen h\u00e4ngen also fein mit drin in dem Schlamassel.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch hier hat sich der \u00dcbersetzer im Ton vergriffen. Die kurze Bemerkung, mit der Adam als Ding und Wesen zugleich beschrieben wird, fehlt ganz, und in der umfangreichen Liste der schlechten Eigenschaften werden zwei wichtige unterschlagen:\u00a0<em>resentful\u00a0<\/em>und\u00a0<em>accusatory.\u00a0<\/em>Dabei kommt es gerade auf diese beiden an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Ressentiment und falsche Beschuldigung<\/h1>\n<p>Das Ressentiment, das wir sogleich mit Nietzsche in Verbindung bringen, spielt wenig sp\u00e4ter bei Kain und Abel eine entscheidende Rolle und taucht bei Peterson immer wieder auf. Es ist so etwas wie ein Leitmotiv; man k\u00f6nnte es mit \u201eMissgunst\u201c \u00fcbersetzen. Auch die vorschnelle Beschuldigung anderer \u2013\u00a0<em>accusatory\u00a0<\/em>\u2013 spielt eine bedeutende Rolle; in dem Fall war es Adam, der Eva beschuldigt hatte (Dieses Weib, das du mir gegeben \u2026), was Peterson als Verrat des Mannes an der Frau ansieht.<\/p>\n<p>Also: Ausgerechnet die wichtigsten Elemente der Liste der \u00fcblen Eigenschaften sind unter den Tisch gefallen. Daf\u00fcr taucht das \u201egenerische Maskulinum\u201c auf, das da nicht hingeh\u00f6rt. Was soll das? \u201eWobei ich einfach mal so tue, als sei das generische Maskulinum noch g\u00fcltig &#8230;\u201c \u2013\u00a0soll das etwa hei\u00dfen, dass es inzwischen nicht mehr g\u00fcltig ist? Hier verbeugt sich der \u00dcbersetzer so tief und unterw\u00fcrfig vor einem Modewort des Sprachfeminismus, dass ein Hexenschuss die gerechte Strafe w\u00e4re.<\/p>\n<p>Peterson ist auf Welttournee: Amerika, Australien, S\u00fcdafrika. Er hat es in Europa schon bis Dublin, bis Oslo und Helsinki geschafft, aber noch nicht bis nach Deutschland. Da scheint ein blinder Fleck zu sein. Es gibt in Deutschland keine Willkommens-Kultur f\u00fcr ihn. Hierzulande wird ihm ein sch\u00e4biger Fransenteppich ausgerollt. Die deutsche Ausgabe pr\u00e4sentiert ihn als Scharlatan. Sie ist lieblos aufgemacht und hat wahrscheinlich nicht nur die Macken, die ich stichprobenartig aufgezeigt habe.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise fehlen auch die Illustrationen. Dadurch bleiben die Hinweise unverst\u00e4ndlich, die sich darauf beziehen \u2013 was bei einem sorgf\u00e4ltigen Lektorat aufgefallen sein m\u00fcsste. Aus dem Klappentext erfahren wir erstaunlich wenig. Dabei g\u00e4be es viel zu sagen. Doch da hei\u00dft es nur lapidar: \u201eMehr zum Autor auf der englisch-sprachigen Webseite\u201c. Ach so. Das muss einem nat\u00fcrlich gesagt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Peterson steht unter strenger, missg\u00fcnstiger Beobachtung<\/h1>\n<p>Es gab schon einige Vorab-Besprechungen, die\u00a0<u><a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_sueddeutsche_jordan_peterson_trump_und_hitler\">nicht mehr im gr\u00fcnen Bereich<\/a><\/u>\u00a0waren. Peterson wurde vorgeworfen, dass er Verschw\u00f6rungstheorien verbreite (welche auch immer), dass er m\u00e4nnliche Privilegien verteidige, dass er gef\u00e4hrlich sei (warum auch immer &#8230;, f\u00fcr wen auch immer &#8230;), und dass er konservativ sei, wom\u00f6glich sogar \u2013 ganz schlimm \u2013 rechts. Au\u00dferdem sei das nur Ratgeber-Ramschware, mit der er unberechtigterweise Millionen verdiene.<\/p>\n<p>Dass Peterson \u00fcbervorsichtig mit seiner Wortwahl ist, ist nicht etwa Besessenheit oder \u00fcberzogener literarischer Anspruch. Es ist Notwehr. Er steht da wie in einer Krimiszene, in der man jemanden eine Pistole vor die Brust h\u00e4lt und sagt: \u201eKein falsches Wort! Keine falsche Bewegung!\u201c Er achtet notgedrungen auf seine Formulierungen. Die H\u00e4scher, Denunzianten und Sykophanten, die ihm unbedingt etwas anh\u00e4ngen wollen, stehen Schlange \u2026 da ist sie wieder: Die Schlange. Es gibt sie nicht nur im Paradies.<\/p>\n<p>Peterson hat einmal gesagt: \u201eI am very, very, very careful with my words\u201c. Das war eine der raren\u00a0Gelegenheiten, bei denen er \u2013 was er selten tut \u2013 ein Verst\u00e4rker-Wort wie \u201every\u201c verwendete \u2013 und dann gleich dreimal. Normalerweise ist er streng. Knapp. Pr\u00e4zise. Punktgenau. Gerade das macht seine Texte gut. Der deutschen Ausgabe merkt man das nicht an.<\/p>\n<p>Nach einem sprachlichen Kunstwerk sieht das nicht aus. Nicht auf den ersten Blick. Auch nicht, wenn man genauer hinschaut. Fu\u00dfball-technisch gesprochen geh\u00f6rt Peterson in die Champions League, in Deutschland l\u00e4sst man ihn in der Kreisklasse mitspielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon der Blick auf das Cover hatte mich entt\u00e4uscht. Das f\u00e4ngt gar nicht gut an, hatte ich mir gedacht. Und wie geht es weiter? 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