{"id":5978,"date":"2021-04-10T21:25:19","date_gmt":"2021-04-10T19:25:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=5978"},"modified":"2021-04-10T21:38:00","modified_gmt":"2021-04-10T19:38:00","slug":"attest-fuer-literaten-sie-muessen-nicht-gendern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bernhard-lassahn.de\/?p=5978","title":{"rendered":"Attest f\u00fcr Literaten. Sie m\u00fcssen nicht gendern"},"content":{"rendered":"<p>Haben Sie schon von einer \u201e\u00f6ffentlichen Schreibweise\u201c geh\u00f6rt? Nein, noch nicht? Dann <strong>h\u00f6ren<\/strong> Sie mal. Ich meine nat\u00fcrlich: dann <strong>lesen<\/strong> Sie bitte weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ihre Meinung ist uns wichtig<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIhre Meinung ist uns wichtig\u201c \u2013 wenn mir jemand so kommt, bin ich sofort misstrauisch und vermute ein vorget\u00e4uschtes Interesse. Wir kennen das. Wir werden gefragt, haben aber nichts zu sagen. Es wird lediglich so getan, als g\u00e4be es einen Hauch von Mitbestimmung, wir werden nur irgendwie mit einbezogen, selbst wenn wir leise murren, wir werden abgeholt und mitgenommen auf eine Reise, bei der das Ziel l\u00e4ngst feststeht. Nun ist es passiert. Ich wurde gefragt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und? Wie ist meine Meinung zur \u201e\u00f6ffentliche Schreibweise\u201c? Schwer zu sagen. Ich h\u00f6re den seltsamen Begriff zum ersten Mal und wei\u00df nicht so recht, was damit gemeint ist. Ich habe allerdings meine Vermutungen. Mit dem verf\u00fchrerischen Charme der Undeutlichkeit soll hier eine Ver\u00e4nderung eingef\u00fchrt werden, die viel weitreichender ist, als die scheinheilige Befragung erahnen l\u00e4sst. Ich halte das Zauberwort von der \u201e\u00f6ffentlichen Schreibweise\u201c f\u00fcr eine Mogelpackung. F\u00fcr einen raffinierten Taschenspielertrick. Wie komme ich dazu? Sehen wir uns die beiden Komponenten n\u00e4her an. Undeutlich ist sowohl das \u201e\u00f6ffentlich\u201c als auch die \u201eSchreibweise\u201c. Beide Komponenten setzen eine Spaltung voraus. Schauen wir mal:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie h\u00e4tten Sie denn gerne eine \u00f6ffentliche Schreibweise?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der P.E.N. befragt zu dem Thema die \u201eKolleginnen und Kollegen\u201c. Einer von ihnen, Prof. Dr. Lutz G\u00f6tze, ist zugleich Mitglied im <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rat_f%C3%BCr_deutsche_Rechtschreibung\">Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/a><\/em>, und dieser Rat will nun rechtzeitig zu seiner n\u00e4chsten Sitzung am 26. M\u00e4rz ein Papier der <em>Arbeitsgemeinschaft<\/em> <em>Geschlechtergerechte Schreibung<\/em> (der Herr G\u00f6tze ebenfalls angeh\u00f6rt) verabschieden, das eine \u201eEmpfehlung\u201c f\u00fcr den oben erw\u00e4hnten \u201e\u00f6ffentlichen Schreibgebrauch\u201c abgeben will. Zur <a href=\"https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/DOX\/rfdr_2018-11-28_anlage_3_bericht_ag_geschlechterger_schreibung.pdf\">Diskussion<\/a> stehen dabei folgende M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e-<strong>Doppelnennung<\/strong>: vollst\u00e4ndige Paarform: (<em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, jede und jeder)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Verk\u00fcrzungen<\/strong>: Schr\u00e4gstrichvarianten: (<em>Lehrer\/in, Lehrer\/-in)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Binnen-I<\/strong>: <em>LehrerIn, MitarbeiterInnenb\u00fcro)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Doppelpunkt<\/strong>: (<em>Forscher:in)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Klammer<\/strong>: <em>Lehrer(in)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Ersatzformen<\/strong>: geschlechtsneutrale \u00fcbergreifende Formulierungen\/Abstrakta: weder Frauen noch M\u00e4nner sind sprachlich sichtbar (<em>Studierende, Lehrkr\u00e4fte, G\u00e4ste, Direktion)<\/em><\/p>\n<p>Varianten geschlechtergerechter Markierung f\u00fcr mehr als zwei Geschlechter sind:<\/p>\n<p><strong>-*Asterisk( Sternchen):<\/strong> (<em>Lehrer*innen, \u00c4rzt*innen)<\/em>. Hier ergibt sich ein Fehler beim Stammmorphem(<em>der *\u00c4rzt)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Gender-Gap-Varianten<\/strong>: Aufhebung bin\u00e4rer Personenvorstellungen. M\u00e4nnliche und weibliche Personen sowie inter* und trans* sind gemeint:<\/p>\n<p><strong>Statischer Unterstrich<\/strong> (<em>jede_r Lehrer_in, B\u00fcrger_innen)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Dynamischer Unterstrich<\/strong> (<em>We_lche Mita_rbeiterin)<\/em><\/p>\n<p><strong>-x-Form, Plural=xs<\/strong> : <em>( Dix Studierx; Dixs Studierxs)<\/em><\/p>\n<p>&#8211;<strong>Kurzw\u00f6rter<\/strong> ( Azubi, Hiwi, OB)\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was hat Literatur mit \u00d6ffentlichkeit zu tun?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun d\u00fcrfen wir gespannt sein, welche dieser Empfehlungen das Rennen machen. Sie sollen speziell f\u00fcr den \u201e\u00f6ffentlichen Schreibgebrauch\u201c gelten \u2013 f\u00fcr den <strong>\u00f6ffentlichen<\/strong> wohlgemerkt, also nicht f\u00fcr den literarischen. Denn \u201eliterarisches Schreiben und pers\u00f6nliche schriftliche \u00c4u\u00dferungen (Brief, Karte, e-mail)\u201c sollen, wie es lakonisch hei\u00dft, \u201enicht betroffen\u201c sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da fragt man sich: Warum werden dann ausgerechnet die Mitglieder des P.E.N. dazu befragt? P.E.N. ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr <em>Poets, Essayists<\/em> und <em>Novellists<\/em>. Die sind nicht betroffen. Denn den vielen Romanciers, Essayisten und Poeten, die im P.E.N. organisiert sind, geht es um literarisches Schreiben. Sollen sie trotzdem den neuen Empfehlungen f\u00fcr den \u201e\u00f6ffentlichen Schreibgebrauch\u201c folgen? Etwa dann, wenn sie nicht literarisch (und nicht pers\u00f6nlich) schreiben, wenn sie beispielsweise Stellungnahmen abgeben oder Solidarit\u00e4tsadressen verfassen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sollen also die Mitglieder im P.E.N. zuk\u00fcnftig einen doppelten Schreibgebrauch pflegen, so dass sie in ihren Novellen weiterhin von inhaftierten \u201eJournalisten\u201c schreiben, bei ihrem \u201e\u00f6ffentlichen Schreibgebrauch\u201c jedoch von \u201eJournalistinnen und Journalisten\u201c, von \u201eJournalist*innen\u201c, von \u201eJournalist\u00ad_innen\u201c, \u201eJournalist:innen\u201c oder \u201eJournalistInnen\u201c?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kann man \u00d6ffentlichkeit teilen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es hei\u00dft: \u201e\u00f6ffentlicher Schreibgebrauch\u201c. Wenn es um \u00d6ffentlichkeit geht, dann sind Schriftsteller nat\u00fcrlich betroffen. Sie wollen ihre Werke schlie\u00dflich ver\u00f6ffentlichen. Alle \u201eb\u00fccherschreibenden Personen\u201c, wie aktuell \u201eAutoren\u201c definiert werden, dr\u00e4ngen an die \u00d6ffentlichkeit, sie wollen keinesfalls davon ausgeschlossen werden. Neuerdings scheint es jedoch zwei \u00d6ffentlichkeiten zu geben, in denen jeweils verschiedene Schreibgebr\u00e4uche gelten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Moment \u2026 Das geht nicht. \u201e\u00d6ffentlichkeiten\u201c gibt es nicht im Plural. Das hat das Rechtschreibprogramm von meinem Computer sofort erkannt und entsprechend angemahnt. \u00d6ffentlichkeit ist ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singularetantum\">Singularetantum<\/a>. Das sehe ich auch so. \u201e\u00d6ffentlichkeiten\u201c kommt mir falsch vor. Es gibt nur eine \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also gut \u2013 dann haben wir eben nur eine einzige \u00d6ffentlichkeit, in der allerdings zwei verschiedene Standards f\u00fcr den Schreibgebrauch gelten. Das erscheint mir genauso falsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00f6sewichter, Bleichgesichter, Heuchler, Duckm\u00e4user und Denunzianten<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir kennen das vom Sprechen. Da kann es zu \u00fcblen Szenen kommen. Ich erinnere mich, in meiner Jugend von fiesen Bleichgesichtern gelesen zu habe, die sehr zum Missfallen von Winnetou mit \u201egespaltener Zunge\u201c gesprochen haben. Das waren die B\u00f6sen. So sollte man nicht sprechen. Wir kennen es auch vom Predigen. Erinnert sei an die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, die \u00f6ffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken. Das ist verlogen und betr\u00fcgerisch, das sollte man lieber nicht tun. Pfui! Und wir kennen es vom Fl\u00fcstern der Duckm\u00e4user, vom Sprechen hinter vorgehaltener Hand; wenn wir \u2013 wie wir es heute tun \u2013 im privaten Kreis anders reden als in Zusammenh\u00e4ngen, bei denen wir f\u00fcrchten m\u00fcssen, dass ein missg\u00fcnstiger Lauscher mith\u00f6rt, etwas in den falschen Hals kriegt und versucht, uns zu schaden. Das ist schlimm. Das sind Zust\u00e4nde wie in einer Diktatur, in der die Freiheit verloren gegangen ist. Pssst!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gab es bisher beim gesprochenen Wort. Dass nun auch beim geschriebenen Wort \u2013 also beim Schreiben \u2013 eine Spaltung eingef\u00fchrt werden soll, ist neu, und das ist gar nicht gut. Dann haben wir genau die beklagenswerten Zust\u00e4nde, wie wir sie beim Sprechen im Kontext von Verbrechen, Heuchelei, Unterdr\u00fcckung und Denunziation haben, auch beim Schreiben. Dann haben wir es schriftlich. Deshalb war auch stets vom \u201eSchreibgebrauch\u201c die Rede.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie passt das zusammen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das kam mir gleich verd\u00e4chtig vor. Vielleicht haben Sie \u201eSchreibgebrauch\u201c gelesen und gedacht, dass damit \u201eSprachgebrauch\u201c gemeint ist. Das passiert leicht. Mit einem alleinstehenden Schreibgebrauch fremdeln wir noch. Wir kennen nat\u00fcrlich die Zweierpackung: \u201eSprach- und Schreibgebrauch\u201c. Die leuchtet sofort ein. Beides geh\u00f6rt zusammen. Es geht darum, wie man spricht und wie man es schreibt. Mir war sofort verd\u00e4chtig, dass hier der Schreibgebrauch unabh\u00e4ngig vom Sprachgebrauch auf einem Bein h\u00fcpfend ins Feld gef\u00fchrt wurde. Kann man denn die beiden Elemente voneinander trennen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wohl nicht. Andererseits beziehen sich die beiden Teile aus dem Doppelpack nicht so reibungslos auf einander, als h\u00e4tten wir es mit zwei Bierdeckeln zu tun, die man deckungsgleich \u00fcbereinanderlegen kann, so sehr wir uns auch eine klare und einfache Zusammengeh\u00f6rigkeit w\u00fcnschen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht erinnern Sie sich noch an die umstrittene Lernmethode \u201eSchreiben nach Geh\u00f6r\u201c, die vor etwa zwanzig Jahren ausprobiert wurde und uns den \u201eFata\u201c und die \u201eMuta\u201c beschert hatten. Ein Irrweg. Eine Studie im Jahr 2013 stellte fest, dass das Experiment zu einer Verarmung des Wortschatzes und zu deutlich gr\u00f6\u00dferer Fehlerh\u00e4ufigkeit gef\u00fchrt hatte (vorher: 7 Fehler aus 100 W\u00f6rter\/ nachher: 17 Fehler aus 100 W\u00f6rter).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie predigte einst der Kohlrabi-Apostel?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dem Scheitern ging bereits ein Scheitern aus den zwanziger Jahren voraus, von dem man offenbar nicht gelernt hat. Wer kennt ihn noch? Der als \u201eKohlrabi-Apostel\u201c bekannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gustaf_nagel\">Carl Gustaf Adolf Nagel<\/a>, ein leicht bekleideter Naturmensch, Wanderprediger, Barfussl\u00e4ufer und Reformer, der sich gem\u00e4\u00df seiner eigenen \u201eortografi\u201c schlicht \u201egustaf nagel\u201c schrieb, hatte sogar eine eigene Partei, die \u201eDeutsche kristliche Folkspartei\u201c, die bei der Reichstagswahl 1924 ganze 0,01 Prozent der Stimmen erringen konnte. Zu seinen Forderungen geh\u00f6rte eine grundlegende Rechtschreibreform nach dem Motto: \u201eschreibe wi du sprichst\u201c. Nun ja, das war wohl nix. Was allzu schlicht ist, scheitert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcbrigens auch ein Opfer der Vorstellung, dass man alles einfach so schreiben kann, wie man es spricht. Wir hatten einen Deutschlehrer, an dem wahrscheinlich ein gro\u00dfer Schauspieler verloren gegangen war. Er hatte eine derma\u00dfen prononcierte Aussprache, dass man bei offenem Fenster vermutlich noch auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite jeden Konsonanten identifizieren konnte. So hatte ich beim Diktat geschrieben: \u201eEr zock sein Hempt an\u201c. So hatte es der Lehrer gesagt. Mir wurden daf\u00fcr mehrere Fehler angekreidet, man hat mir diese kleinen Vergehen nicht gro\u00dfz\u00fcgig als Fl\u00fcchtigkeitsfehler durchgehen lassen, als Fl\u00fcchtlingskind hatte ich damals keinen Bonus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Am Anfang war das Wort \u2013 das gesprochene Wort<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So einfach ist es also nicht. Dann eben nicht. Und dennoch geh\u00f6ren Sprechen und Schreiben zusammen wie Pech und Schwefel. Wenn vom Sprachgebrauch die Rede ist, denken wir den Schreibgebrauch automatisch mit. Er ist nachgeordnet. Erst kam das Sprechen, dann das Schreiben. Sprachgebrauch war zuerst da. Den pflegen auch Analphabeten, auch wenn es davon keine schriftlichen Zeugnisse gibt. Der Schreibgebrauch regelt nachtr\u00e4glich, wie wir aufschreiben und festhalten k\u00f6nnen, was wir gesprochen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun haben wir eine neue Situation. Die Reihenfolge ist auf den Kopf gestellt: Der vorgeschlagene neue Schreibgebrauch mit Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt ist nicht aus dem tats\u00e4chlichen Sprechen hervorgegangen, sondern aus der Tastatur des Computers aufgestiegen. Die Formel \u201eSchreibgebrauch first, Sprachgebrauch later\u201c stellt uns vor das Problem, dass wir nicht wissen, wie wir das Geschriebene \u2013 das Getippte \u2013 aussprechen sollen. Das ist auch nix.<\/p>\n<p><strong>Sprachgebrauch und Schreibgebrauch werden geschieden<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das einbeinige Wort-Ungeheuer \u201eSchreibgebrauch\u201c ist vergleichsweise neu \u2013 doch so neu nun wieder auch nicht. Im Jahr 2013 wurde das <em><a href=\"http:\/\/www.schreibgebrauch.de\/\">Projekt Schreibgebrauch<\/a><\/em> gestartet, im Jahr 2016 wurde es beendet. Es wollte ein Instrumentarium entwickeln, um die \u201etagt\u00e4gliche Produktion von Schriftdeutsch f\u00fcr orthografische Untersuchungen auszuwerten\u201c, auf dass sie dem <em>Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/em> als \u201eBausteine f\u00fcr die k\u00fcnftige Normierungsarbeit\u201c dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In anderen Worten: Man hat nachgesehen, wie die Leute heutzutage schreiben. Dabei wurden, wie es ausdr\u00fccklich hei\u00dft, nicht nur \u201eZeitungen, Zeitschriften und B\u00fccher von \u201aprofessionellen Schreibern\u2018, sondern auch Sch\u00fclertexte und Internetbeitr\u00e4ge etwa in Blogs und in Foren\u201c ausgewertet. Erstaunlicherweise stehen die \u201eprofessionellen Schreiber\u201c in Anf\u00fchrungsstrichen, als wollte man sich von diesen Leuten distanzieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genau das hat man auch getan. Denn in der un\u00fcbersichtlich gro\u00dfen Produktion von Schriftdeutsch in Romanen, Essays und Gedichten \u2013 ob von Autoren im P.E.N. oder nicht \u2013 wird sich kaum etwas gefunden haben, was dem <em>Rat f\u00fcr Rechtschreibung<\/em> als Baustein f\u00fcr eine k\u00fcnftige Normierungsarbeit n\u00fctzlich gewesen sein k\u00f6nnte. Eine Schieflage bei der Gewichtung der Datenlage war da unvermeidlich. Die Literatur von professionellen Schreibern blieb den Germanisten \u00fcberlassen. Die wiederum haben ihre eigene Terminologie, zu der ein Begriff wie \u201eSchreibgebrauch\u201c nicht geh\u00f6rt \u2013\u00a0 jedenfalls geh\u00f6rte er nicht dazu, als ich das studiert habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zwei Spaltungen<\/strong><\/p>\n<p>Das <em>Projekt Schreibgebrauch<\/em> wurde besonders bei schriftlichen \u00c4u\u00dferungen f\u00fcndig, in denen die gendergerechte Sprache vorangetrieben wurde, von der es umso mehr gab, je mehr der Journalismus von Frauen dominiert wurde. Je mehr die gendergerechte Sprache durch Gleichstellungsbeauftragte in einer Politik verankert wurde, die grunds\u00e4tzlich zwischen Frauen und M\u00e4nnern trennt. Die Gendersprache hat sich umso st\u00e4rker durchgesetzt, je mehr der Nichtgebrauch mit sozialer \u00c4chtung und Nachteilen (beispielsweise an Universit\u00e4ten) verbunden war. Die Spaltung der \u00d6ffentlichkeit, die ich weiter oben beklagt habe, wurde schon an dieser Stelle vorbereitet. Dieses war der erste Streich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da speziell Internetforen erfasst wurden, hatte es das <em>Projekt Schreibgebrauch<\/em> mit Texten zu tun, die Sonderzeichen enthielten, die ohne R\u00fccksicht darauf benutzt wurden, ob sich die neuartigen schriftlichen Produktionen \u00fcberhaupt in gesprochene Sprache umsetzen lassen. Um Sebastian Kr\u00e4mer aus dem Lied \u201eDeutschlehrer\u201c (auf das ich gleich n\u00e4her eingehen werde), zu zitieren: Das Internet wurde zum Ort, \u201ewo die Schriftlichkeit ihre triumphale Renaissance bar jeder Orthographie erlebt, ich kozze ab mit zwei Zett \u2026\u201c\u00a0 Das also war der zweite Streich. So kam es zu einer weiteren Spaltung \u2013 zu einer vom gesprochenen zum geschriebenen Wort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun haben wir den Salat. Mehr und mehr trennte sich das Sprechen vom Schreiben und die \u201e\u00f6ffentliche Schreibung\u201c, die mit dem <em>Projekt Schreibgebrauch<\/em> mit unverd\u00e4chtigen Absichten aus der Taufe gehoben wurde, bereitete auf lange Sicht die Trennung der \u00d6ffentlichkeit in zwei Lager \u2013 und damit auch die Spaltung der Gesellschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlechter Rat muss nicht billig sein<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht hatten sie noch nie von dem <em>Projekt Schreibgebrauch<\/em> geh\u00f6rt, aber dass es einen <em>Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/em> gibt, in dem auch der oben erw\u00e4hnte Prof. Dr. G\u00f6tz t\u00e4tig ist, haben Sie vermutlich undeutlich in Erinnerung und haben sich wom\u00f6glich schon gewundert, wieder davon zu h\u00f6ren. Wom\u00f6glich haben Sie sich im Stillen gefragt: Gibt es den etwa immer noch? Was macht der \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die umstrittene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996\">Rechtschreibreform<\/a>, die uns der Rat seinerzeit eingebrockt hat, liegt ja nun schon ein Weilchen zur\u00fcck. Richtig. Die gab es 1996. Vor mehr als zwanzig Jahren also. Damals gab es sehr viel Wirbel um die richtige Schreibweise von Worten (Delfin, Nessess\u00e4r, Wandalismus). Erinnert sich noch jemand? Wenn ja, dann vermutlich ungern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sebastian Kr\u00e4mer hat ein dramatisches <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xwtj97YXZj4\">Lied<\/a> zu dem Thema geschrieben, aus dem ich schon zitiert habe. Es hatte trotz seiner ungew\u00f6hnlichen Form erstaunliche Popularit\u00e4t gewonnen. \u201eDeutschlehrer\u201c, schimpft er, \u201eihr h\u00e4ttet die neue Rechtschreibung verhindern k\u00f6nnen \u2026\u201c Wie wir inzwischen wissen, haben sie es nicht getan. \u201eSchande \u00fcber euch, Schande, Schande \u2026\u201c Lange ist es her. Wie lange, sieht man u.a. daran, dass in einem kurzen Schwenk ins Publikum Kurt Beck (wer war das noch?) zu erkennen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Sprachfrieden hat nicht lange gehalten<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahre 2004 wollte der <em>Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/em>, wie es hie\u00df, \u201eSprachfrieden\u201c herstellen, denn es herrschte bereits ein regelrechter \u201eRechtsschreibkrieg\u201c; der Duden wurde als \u201edas meistgehasste Buch\u201c bezeichnet. Zu den Friedensangeboten, die schlie\u00dflich im Jahr 2017 verk\u00fcndet wurden, geh\u00f6rte es, dass bei der \u201eGoldene Hochzeit\u201c das vorangestellte \u201eGoldene\u201c weiterhin gro\u00dfgeschrieben werden kann, dass es Yoga hei\u00dft und nicht \u201eJoga\u201c, und dass der Grizzlyb\u00e4r auf die Schreibweise \u201eGrislib\u00e4r\u201c verzichtet. Es war auch das <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/20-jahre-rechtschreibreform-das-ende-von-majonaese-grislibaer-und-ketschup\/22859254.html\">Ende der Majon\u00e4se<\/a>. Mayonnaise schreibt man nun weiterhin so, wie sie schmeckt. Nun war Frieden. Die Wellen sind gegl\u00e4ttet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rechtsschreibreform sieht man heute als Ungl\u00fcck, an das man nicht dauernd erinnert werden m\u00f6chte. Die Luft ist raus. G\u00fcnter Grass \u2013 damals wohl das prominenteste Mitglied im P.E.N. und einer der sch\u00e4rfsten Kritiker der Rechtschreibreform \u2013 lebt nicht mehr. Wir haben uns z\u00e4hneknirschend an die Folgen dieser Reform gew\u00f6hnt. Das Publikum w\u00fcnscht sich zwar immer wieder das Lied \u201eDeutschlehrer\u201c als Zugabe, doch Sebastian Kr\u00e4mer hat keine rechte Lust, dem Publikum den Gefallen zu tun. Auch er hat mit dem Thema abgeschlossen. Die Luft ist raus. Jedenfalls war sie eine Zeit lang raus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun ist die Luft wieder drin. Hei\u00dfe Luft. Wer nach dem historischen Sprachfrieden anno 2017 gedacht hatte, dass wir bei der Rechtsschreibreform noch mal mit einem blauen Auge davongekommen seien und dass es alles noch viel schlimmer h\u00e4tte kommen k\u00f6nnen, steht jetzt als blau\u00e4ugig da: Es kommt noch schlimmer. Der <em>Rat f\u00fcr Rechtschreibung<\/em> ist wieder da \u2013 da, wo er nicht hingeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn es schlechte Sch\u00fcler gibt, wie schreibt man das richtig?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Empfehlungen, um die es nun geht, geh\u00f6ren n\u00e4mlich nicht in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich des <em>Rates Rechtsschreibung<\/em>, auch wenn immer wieder von \u201eSchreibung\u201c die Rede ist. Das l\u00e4sst sich leicht zeigen. Eine Frage der Rechtschreibung w\u00e4re es, wenn wir festlegten, dass die Schreibweise \u201eSch\u00fchler\u201c nicht korrekt ist, auch \u201eSch\u00fcla\u201c nicht \u00ad\u2013 was an das ber\u00fcchtigte Methode \u201eSchreiben nach Geh\u00f6r\u201c erinnert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem zur Debatte stehenden Empfehlungen zum gendergerechten Schreibgebrauch sieht es jedoch anders aus: Die \u201eSch\u00fcler\u201c w\u00fcrden dann zu \u201eSch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u201c, zu \u201eSch\u00fcler*innen\u201c, zu \u201eSch\u00fcler_innen\u201c, \u201eSch\u00fcler:innen\u201c oder \u201eSch\u00fclerInnen\u201c. Oder zu \u201ezur Schule Gehende\u201c, auch wenn sie zu Hause bleiben m\u00fcssen. Inzwischen sind auch \u201eVater\u201c und \u201eMutter\u201c, die kurzzeitig nach Geh\u00f6r zu \u201eFata\u201c und \u201eMuta\u201c mutiert waren, durch \u201eElter 1\u201c und \u201eElter 2\u201c ersetzt worden. Erkennen Sie den Unterschied? Wir haben es hier <strong>nicht<\/strong> mit einer neuen Rechtschreibreform zu tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht keinesfalls um Rechtsschreibung, sondern um inhaltliche Vorentscheidungen zu Geschlechterfragen, die in die \u201e\u00f6ffentliche Schreibung\u201c implementiert werden sollen, um weitere Diskussionen zu dem Thema abzuw\u00fcrgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn ich das Fleisch nicht essen will, mag ich auch nicht \u00fcber das Dressing reden<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier zeigt sich, wie t\u00fcckisch die Betonung auf \u201eSchreibung\u201c und die Vermeidung des Wortes \u201eSprache\u201c war. Damit wurde so getan, als ginge es um eine eher unbedeutende Frage der Rechtschreibung, obwohl es in Wahrheit um die Einf\u00fchrung der gendergerechten Sprache geht, die uns feministische Denkmuster vorschreiben will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie w\u00e4ren Vegetarier und w\u00fcrden regelm\u00e4\u00dfig in ihrem Lieblingslokal zum Mittag essen. Eines Tages sagt der Kellner: \u201eDas Fleisch, das Sie bestellt haben, kommt gleich. Welches Dressing m\u00f6chten Sie: Knoblauch, Kr\u00e4uter oder Mayonnaise?\u201c Dann sagen Sie hoffentlich: \u201eIch will nicht \u00fcber das Dressing mitbestimmen d\u00fcrfen, ich habe das Fleisch nicht bestellt und will es auch nicht essen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So lautet auch meine Antwort als Mitglied im P.E.N.: \u00dcber die Schreibweise von der Mayonnaise lasse ich gerne mit mir reden, da halte ich mich an das, was die \u00d6ffentlichkeit am besten versteht, doch ich will die gendergerechte Sprache nicht, die unter der falschen Flagge der \u201e\u00f6ffentlichen Schreibung\u201c, mit der signalisiert wird, dass es sich lediglich um ein nachgeordnetes Problem der Schreibung handelt, abgesegnet werden soll, so dass man nachher in aller Bequemlichkeit sagen kann: Ja, ja, es gab da schon einige kritische Stimmen, aber eine Befragung der \u201eKolleginnen und Kollegen\u201c hat wichtige Bausteine ergeben, die der <em>Rat f\u00fcr Rechtschreibung<\/em> nun in seine Arbeit einbeziehen kann. Er kann nun Empfehlungen geben, die viel mehr als Empfehlungen sind, sondern \u00d6l im Feuer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Spaltung wird vertieft. Die Stimmung wird gereizter<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte, dass es genauso kommen wird. Herr G\u00f6tze ist, wie gesagt, Mitglied im <em>Rat f\u00fcr Rechtschreibung<\/em>, ebenso in der <em>Arbeitsgemeinschaft<\/em> <em>Geschlechtergerechte Schreibung<\/em> und au\u00dferdem im P.E.N. Er kann alle T\u00fcren aufhalten, damit ein Durchzug entsteht und die gendergerechte Sprache kr\u00e4ftig Wind in die Segel kriegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei kann man jetzt schon erkennen, dass sich die Spaltung dramatisch zuspitzt, dass ein Diskurs immer schwieriger wird. Die Markierungen der \u201e\u00f6ffentlichen Schreibung\u201c sind l\u00e4ngst zu Erkennungszeichen geworden, um nach dem armseligen Aschenputtel-Prinzip (die Guten ins T\u00f6pfchen \u2026) die Gesellschaft zu spalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer die \u201e\u00f6ffentliche Schreibung\u201c nicht nutzt, geh\u00f6rt zu denen, auf die man mit dem Finger zeigt. Zu denen, die ausgesto\u00dfen werden. Zu denen, die man als zumindest rechtsgerichtet, wenn nicht gar als Gefahr f\u00fcr die Demokratie beschimpfen und wegen Diskriminierung verklagen kann. Eine Sprech- und Schreibweise, die sich frei h\u00e4lt von den Erkennungsmerkmalen der gendergerechten Sprache, gilt als \u201eAfD-Sprech\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.germanist-henning-lobin-die-neue-rechte-missbraucht-die-deutsche-sprache.36edaa53-cb31-4be5-b3a2-e7b8669f9218.html\">Henning Lobin<\/a> warnt uns: \u201eDie \u201aNeue Rechte\u2018 missbraucht die deutsche Sprache.\u201c Dabei besteht der Missbrauch haupts\u00e4chlich darin, dass die \u201aNeue Rechte\u2018 sich der Gendersprache verschlie\u00dft. Dahinter stecke, so Lobin, eine politische Agenda. \u201eDie Ablehnung einer Gendersprache\u201c, erkl\u00e4rt er, \u201estehe f\u00fcr eine traditionelle Vorstellung von Familie und Gesellschaft allgemein\u201c. Das ist schlecht. Jedenfalls in seinen Augen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich geh\u00f6re zu den Kritikern<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte, dass es genauso kommen wird, wie ich beschrieben habe, weil Herr G\u00f6tze mit einer deutlichen Vorentscheidung an die Sache herangegangen ist. Er nutzt demonstrativ die Doppelnennung und schreibt wiederholt \u201eKolleginnen und Kollegen\u201c, was \u00fcbrigens nicht alle im P.E.N. tun; manchmal kriegt man auch Schreiben, in denen die Kollegen \u201eKollegen\u201c genannt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die damalige Pr\u00e4sidentin Doris Ahnen im <em>Rat f\u00fcr Rechtschreibung<\/em> befand, dass der Rat in seiner Zusammensetzung eine hohe Pluralit\u00e4t aufweisen kann, was sie als \u201efaires Angebot insbesondere an die Kritikerinnen und Kritiker\u201c bezeichnet hat. Ich verstehe das so, dass Kritik willkommen ist, sofern die Doppelnennung beibehalten wird, an die sich die meisten inzwischen gew\u00f6hnt haben (ich nicht).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich geh\u00f6re zu den Kritikern, die sich in einer Gruppe finden, die sich einfach \u201eKritiker\u201c nennt und in der es egal ist, welche geschlechtliche Identit\u00e4t jemand hat, der sich zu welchem Thema auch immer \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich will einen Vorschlag zur G\u00fcte machen. Eingangs erw\u00e4hnte ich, dass es in dem Fragebogen zur \u201e\u00f6ffentlichen Schreibung\u201c hie\u00df , dass das literarische Schreiben \u201enicht betroffen\u201c ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Attest f\u00fcr Literaten<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier nun mein Vorschlag: Der P.E.N. stellt f\u00fcr seine Mitglieder ein Attest aus, das auch andere Schriftsteller beantragen k\u00f6nnen, die sich dem literarischen Schreiben verpflichtet f\u00fchlen. Denen wird bescheinigt, dass sie vom gendergerechten Schreibgebrauch befreit sind und in ihrer literarischen Arbeit, in ihren pers\u00f6nlichen sowie in allen sonstigen an die \u00d6ffentlichkeit gerichteten Schreiben ein und dieselbe Schreibung benutzen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Attest k\u00f6nnte auch auf dem Handy geladen werden, so dass jeder, der so ein Freistellung hat, in Diskussionen, in denen die \u201e\u00f6ffentliche Schreibung\u201c der gendergerechten Sprache auch im Sprachgebrauch zum Ausdruck kommt, sich nach dem Vorzeigen des Attestes zu Wort melden und sich damit auf eine Art und Weise einbringen und kann, wie es zu seinen literarischen Arbeiten passt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re das?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie schon von einer \u201e\u00f6ffentlichen Schreibweise\u201c geh\u00f6rt? Nein, noch nicht? Dann h\u00f6ren Sie mal. 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