Folge 40: Wolfgang Jaenicke – Schwarze Kunst und weißes Geld

Wolfgang Jaenicke

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Seit über 25 Jahren handelt Wolfgang Jaenicke mit Kunstobjekten aus Afrika. Er erzählt, wie er als Junge in Harrys Hafenbasar stöberte und von den Artefakten aus der Kolonialzeit in seinem Elternhaus fasziniert war. Sein Kunststudium scheiterte im Chaos der 68er-Zeit. So reiste er nicht als Akademiker nach Afrika, sondern als jemand, der sich gerne unter die Leute mischt. Nun ist er zurück und berichtet von der aktuellen Lage, die von Krieg und vom Rückzug der Europäer gekennzeichnet ist. Er wehrt sich dagegen, dass seine Arbeit in das schiefe Licht einer verlogenen Diskussion geraten soll, die seine Zuneigung zu den Menschen und ihrer Kultur in einen Akt der Ausbeutung umdeuten will, der nach Wiedergutmachung verlangt.

Folge 39: Lea Suter – Peace Prints – auf der Suche nach Frieden und Versöhnung

Lea Suter

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Lea Suter hat verschiedene Kriegsgebiete bereist und ihre Reportagen auf der Seite „peace prints“ zusammengestellt. Sie berichtet am Beispiel von Ruanda, wie durch Hetze an Universitäten und durch einen Privatsender der schnellste Genozid der Geschichte vorbereitet wurde. Sie erzählt von einem Chorprojekt in Korea, mit dem eindrucksvoll der Wunsch nach Versöhnung zum Klingen gebracht wurde, und immer wieder weist sie darauf hin, dass man, wenn man den Frieden aktiv befördern will, stets den Blick auf die Verhältnisse im eigenen Land und ebenso auf die persönlichen Beziehungen werfen muss.

Folge 38: Jan Oechsner – Der unnötige Graben zwischen Mann und Frau

Jan Oechsner

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Eine einseitige Politik hat den Graben vertieft und die Stimmung verschlechtert. Männern wird vorgeworfen, dass sie dafür verantwortlich sind, dass ein „herrschendes Patriarchat“ Frauen unterdrückt und dass Frauen „strukturell“ benachteiligt werden, wie sich am „Gender Pay Gap“ zeigt. Jan Oechsner hält mit dem Dokumentarfilm ‚Männer-Frauen-Menschen‘, der in Zusammenarbeit der Chemnitzer Filmwerkstatt entstanden ist, dagegen. Dazu hat er Originalstimmen zusammengetragen, die mit kühlen Argumenten und warmen Gefühlen, in denen sich eine Sehnsucht nach einer echten Partnerschaft offenbart, ein eindrucksvolles Gegenbild zeichnen. Damit will er den Dialog zwischen Mann und Frau wiederbeleben und zur Überwindung des Grabens beitragen.

Folge 37: Sören Sieg – „Oh, wie schön ist Afrika“ – ein Buch in der Mangel des Sensitivity Readings

Sören Sieg

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Sören Sieg hat als begeisterter Couchserver Afrika bereist. Begeistert ist er auch von afrikanischer Musik, und er liebt die Menschen in Afrika, wie sein charmantes Buch ‚Oh, wie schön ist Afrika‘ zeigt. Doch aus der Begeisterung sollte durch einen Korrekturvorgang, der sich „Sensitivity Reading“ nennt und Teil einer aggressiven Anti-Rassismus-Agenda ist, mit der Falschbeschuldigungen produziert werden, ein farbloser Null Ouvert entstehen. Zum Glück hat das Manuskript fast alle Angriffe überstanden, Sören Sieg hat einen Sieg davongetragen. Doch das Unheil des Sensitivity Readings ist damit nicht aus der Welt.

Folge 36: Walter Krämer – „Die deutsche Sprache ist bedroht“

Walter Krämer

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Walter Krämer ist Gründer und erster Vorsitzender des Vereins ‚Deutsche Sprache‘; einer nimmermüden Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die verschiedenen Attacken abzuwehren, denen die deutsche Kultursprache ausgesetzt ist. Wir sprechen über den modischen Import von Fremdwörtern – ­„Event“, „Meeting“, „Statement“ – und über den Reiz deutscher Ausdrücke wie „Leidenschaft“ und „Fingerspitzengefühl“. Wir wehren uns gegen die Angriffe der Gender-Aktivisten, die uns zu „Heimatvertriebenen“ machen. Wir versuchen, ihnen mit feinem Humor zu begegnen und dadurch, dass wir unseren Sinn für Schönheit schärfen.

Folge 84: Christian Kercher – Ein Blick auf Israel und Palästina

Christian Kercher

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Dies ist der erste Teil einer Doppelsendung. Christian Kercher, der als Menschenrechtsbeobachter, Redakteur und Aktivist die Perspektive der Palästinenser kennengelernt hat, berichtet von seinen Erfahrungen und Einschätzungen. „Ich bin kein Freund der Hamas“, sagt er, „ich bin Pazifist und ein gewaltloser Kämpfer“. Dennoch findet er es wichtig, die Stimme der Hammas zu hören und endlich über „Apartheit“, über „Kolonialisierung“, über die „Nakbar“ und über das „B-Wort Besatzung“ zu reden. Er stellt die „Combatants For Peace“ vor, ehemalige Kämpfer von beiden Seiten, die reumütig der Gewalt abgeschworen haben und nun als Botschafter für einen Frieden zwischen Israel und Palästina wirken wollen.

Folge 83: Shingen Jan Gaensslen – „Hallelujah!“

Shingen Jan Gaensslen

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Auch wenn alles schiefgelaufen ist – „even though it all went wrong“ -, wir singen dem Leben, wenn wir es in seiner ganzen Vielfalt betrachten, ein inniges Loblied. Das ist die Botschaft von „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Wie zufällig hat sich der Song zu einem der größten Welthits entwickelt. Der Mönch und Liedermacher Shingen Jan Gaensslen erklärt, dass gerade das absichtslose Vorgehen manchmal einen unverhofften Erfolg mit sich bringt, dass Pläne dagegen oft scheitern. Diese Weisheit des Zen zeigt sich für ihn beispielhaft an der Karriere von Lennard Cohen, der im Kloster als Jikan mit Shingen zusammengelebt hat. Shingen Jan Gaensslen stellt uns obendrein die Songs „Ballad Of The Absent Mare“ und „Anthem“ vor und erzählt, dass schon die Liedermacher-Akademie von Christof Stählin einige Schritte auf dem „Weg des Zen“ gegangen ist.

Folge 82: Shingen Jan Gaensslen – Zen und der Umgang mit Leiden und Sterben am Beispiel von Leonard Cohen

Shingen Jan Gaensslen

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Der Mönch und Liedermacher Shingen Jan Gaensslen hat mit dem Liedermacher und Mönch Leonard Cohen Jikan zusammengelebt und erklärt, wie sich in den späten Songs wie „Going Home“ und „Love Itself“ Zen-Weisheiten finden. „Du musst lernen zu sterben, bevor du stirbst“, ist so ein Grundsatz, und das angestrebte Gefühl von Zuhause-Sein geht sowieso immer wieder verloren. Kann da die Meditation helfen? „Das Leiden ändert sich nicht, sondern das Bezugssystem ändert sich und dadurch ändert sich das Leiden eben doch.“ So erklärt es Shingen in einer ausgesprochen freundlichen Art. Wir entdecken offene Geheimnisse in den Songs von Cohen und spüren einen stillen Humor, denn man kann schließlich nicht für immer im Himmel leben, weil es da „keine Toiletten und keine Restaurants gibt“.

Folge 81: Christoph Felder – „Widerstand zählt!“

Christoph Felder

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„Mut zum Widerstand, darum geht es in diesen kriegslüsternen Zeiten“, so sagt es Christoph Felder, der gerade dabei ist, den Dokumentarfilm „Resistance“ fertig zu stellen. Darin wird der spektakuläre Fall des Soldaten Larry Colburn ausgeleuchtet, der beim Massaker von My Lai mehreren Zivilisten das Leben gerettet hatte, indem er sich der Unmenschlichkeit widersetzte. Das ging so weit, dass die Hubschrauber-Crew, der Colburn angehörte, ihre Waffen gegen die eigenen Soldaten der Charlie-Kompanie richteten. Es ist bereits der zweite Film von Christoph Felder mit Larry Colburn, der seinerseits nie ein Held sein wollte. Es ist ein sehr persönlicher Film, der zeigt, wie Colburn versucht, mit dem Trauma umzugehen und mit den widersprüchlichen Nachwirkungen fertig zu werden: Erst wurde er als Verräter bekämpft, dann für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Christoph Felder ist sich bei seinen Arbeiten stets bewusst, welche Macht – aber auch zweifelhafte Macht – von den Bildern ausgeht, die wir uns von einem Krieg machen.

Folge 80: Estéban Cortez – Lieder für die Straße und die Kneipe

Estéban Cortez

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Früher war es so, dass ein Liedermacher Langspielplatten produzierte, im Radio gespielt wurde und Konzerte in Theatern gab. Heute macht ein Liedermacher Videos, stellt sie ins Netz und kommt direkt zu den Leuten auf die Straße oder geht in die Kneipen, in denen noch offen geredet und gesungen wird. So einer ist Estéban Cortez. Corona hat ihn ­- so wie viele – ­aus der Bahn geworfen. Sein Leben war bisher bieder und unauffällig gewesen. Nun wurde er aufmüpfig und auffällig. Er musste es tun, es war „Notwehr“. Er wurde zum gefragten Sänger, der die aktuellen Demonstrationen und Unruhen mit eigenen Liedern begleitet, kommentiert und bereichert. „Mir reicht’s, dass so viele nicht kapieren, dass wir alle grad dabei sind, unsre Zukunft zu verlieren“, singt er, oder: „Aus und vorbei: Nie wieder Altpartei!“ Man merkt ihm an, dass er die Liedermacher der ersten Stunde schätzt, er selber verkörpert den neuen Typus des engagierten Sängers mit Gitarre.