
Achijah Zorn
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Ausgerechnet „O du fröhliche“ hat sich als beliebter Dauerbrenner in der Adventszeit erwiesen, auch wenn es da im Text heißt „Welt ging verloren“. Achijah Zorn, der mit zahlreichen CD-Veröffentlichungen und dem Buch „Geborgen frech und frei“ bekannt geworden ist, erklärt, was es mit dieser Fröhlichkeit auf sich hat, und berichtet, wie er eine aufgepeppte Version des Liedes bei seinem Disco-Gottesdienst einsetzt. Ihm geht es darum, dass jeder seinen Weg findet, der „tragischen Triade“, wie sie Viktor Frankl beschrieben hat, mit der „Gewissheit der Geborgenheit“ zu begegnen und – gerade zur Weihnachten – in die „Gegenwart Gottes“ zu kommen. Es ist nicht etwa so, dass der Glaube dem Menschen einen Sinn verleiht, vielmehr „schenkt er ihm die Kraft, die Sinnlosigkeit und Absurdität des Lebens zu ertragen“. Deshalb können wir „fröhlich“ sein.

Dr. Dr. David Berger
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„Philosophieren heißt sterben lernen“. So sagte es Sokrates. Dr. Dr. David Berger ist Philosoph und Theologe zugleich, er hat sich schon im Alter von 16 Jahren in lateinische Schriften eingelesen, und war viele Jahre als Professor im Vatikan an der „Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin“ tätig. Er kennt die Schriften und hat persönliche Erfahrungen mit der Begleitung Sterbender. Er hat gelernt, dass der Tod „seinen Schrecken verliert“, wenn wir die Möglichkeit der Vergebung nutzen. Das „momento mori“ wird zum „momento vivere“ und erinnert an das „Wunderbare des Lebens“.
Er hofft, im Ewigen Leben nicht nur geliebte Menschen, sondern auch seinen Hund wieder zu treffen in der Herrlichkeit einer allumfassenden, göttlichen Liebe. Von Thomas von Aquin weiß er: „Der Tod beendet nicht das Leben, er verändert es“.

Susanne Dagen
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Auf der spektakulär erfolgreichen Buchmesse „Seitenwechsel“, die am 8. Und 9. November in Halle an der Saale stattfand, gab es, wie die Organisatorin Susanne Dagen sagte: „viel Licht“. Auch hier soll etwas Licht gebracht werden in die dunklen Machenschaften der Feinde Freiheit, die in den letzten Jahren dafür gesorgt haben, dass sich unser Blickwinkel mehr und mehr verschoben hat. Die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig hatten den Korridor des Sagbaren so weit verengt, dass eine freie Messe geradezu notwendig wurde. Sie geriet dann auch zu einem fröhlichen Fest und atmete den Geist der Freiheit, wie ihn die anderen Messen früher gehabt hatten. Susanne Dagen, die gut geschlafen hatte, und glücklich und erleichtert wirkte, hat bereits eine Nachfolge-Messe angekündigt. Vielleicht war der „Seitenwechsel“ wirklich, wie viele meinen, ein „Dammbruch“.

Chie Ishii
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Ein Glücksfall: Die japanische Konzertpianistin Chie Ishii lernt Marita Malicke kennen, eine der Töchter von Heinz Erhardt, von dem sie noch nie gehört hatte. So kommt sie an bisher unbekannte Noten aus dem Nachlass und lernt über den privaten Zugang – ohne irgendwelche Vorbehalte zu haben – Heinz Erhardt als ernsthaften Künstler kennen, als eigenständigen Musiker, als feinen Poeten und großen Humoristen. So schenkt sie uns mit ihren Programmen einen neuen Heinz Erhardt und erinnert daran, dass der Frohsinn eine ernste Sache ist, und dass wir das Ernste nicht tragisch nehmen sollen.

Bernhard Lassahn
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Haben wir überhaupt noch eine Heimat? Oder nur noch eine Erinnerung daran? „Heimat“ ist das berühmte letzte Wort bei Ernst Bloch in seinem dreibändigen Werk, „Das Prinzip Hoffnung“. Worauf hoffen wir? Darauf, dass wir unsere „Entäußerung“ und „Entfremdung“ ablegen können und „dann etwas entsteht, was allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ Was einem in die Kindheit scheint, soll hier in bei einem Rundgang durch ein imaginäres Heimatmuseum vorgeführt werden: Wir erinnern uns an Gartenzwerge, an die Dauerwurst und an den Ochsenschwanz, an die Mausefalle, den Flitzebogen und den Gilb. Damals gab es noch ein verheißungsvolles Party-Zimmer mit geheimnisvollen Gästen wie Freddy, Lex Barker und Rex Gildo. Es gab Gerätschaften wie den Zehnplattenwechsler und die Bartwickelmaschine. Und es gab Witze, die immer so anfingen: ein Deutscher, ein Russe und ein Amerikaner … Die Witze waren die Gewürze der Kinderzeit. Am Anfang stand das Kinderlachen. Das hat uns die Erinnerung vergoldet.

Peter Losinger
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Wovon träumen wir? Wovon träumt der Kapitän? Peter Losinger ist der richtige Traumschiffkapitän - nicht der aus dem Fernsehen. Er fuhr auf Frachtschiffen und war 30 Jahre lang Gala-Kapitän auf dem Kreuzfahrtschiff ‚MS Europa‘. Wir fragen uns, was das eigentlich für Träume sind. Ist es wirklich der Wunsch, die weite Welt kennenzulernen, oder ist es die Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend, die mit dem Kulturprogramm der Altstars auf hoher See simuliert wird? Wir sprechen über die großen Dramen und Legenden der Seefahrt, über den Untergang der ‚Titanic‘, über das Unglück der ‚Costa Concordia‘ und über die Meuterei auf der ‚Bounty‘.

Gabriele Gysi
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Was als vielversprechendes Zukunftsprojekt begann mit der Vorstellung von einem geeinten Europa in Frieden und Freiheit hat sich zu einer Bedrohung entwickelt. Gabriele Gysi findet deutliche Worte, sie spricht von „Betrug“, von einem neuen „Imperialismus“ und von „organisierter Verantwortungslosigkeit“, wie man sie aus der DDR kannte und wie sie heute durch das Wirken der NGOs in neuer Form auflebt. Sie beklagt eine kulturelle Nivellierung, spricht von Abscheulichkeiten wie dem Eurovision Song Contest und der Art, wie sich die olympischen Spiele präsentieren. Sie warnt vor einer neuen Aufrüstung und zeigt sich fassungslos über die „Sanktionen“, die sich die EU anmaßt. Gabriele Gysi hält es für notwendig, nationale Grenzen zu respektieren und damit auch eine nationale Identität. Sie sieht eine Perspektive in der Verbesserung der Beziehungen zu Russland und in einer Orientierung hin zu einer Neutralität.

Mathias Lück
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Zusammen mit dem Waldpädagogen und Liedermacher Mathias Lück gehen wir zweimal in den Wald. Der erste Spaziergang führt uns zugleich zurück in die 80er Jahre, in eine Zeit, als sicher war, dass der Welt stirbt. Mathias Lück erklärt den Trick, mit dem der Wald damals gerettet wurde. Er verrät auch, welche Kinderlieder heute nicht mehr gesungen werden sollen und was für Kinder das übelste Schimpfwort ist. Dann machen wir einen zweiten Versuch und gehen zum Baden in den Wald und versuchen, die heilende Kräfte auf uns wirken zu lassen und uns zu entspannen – bis der Wolf kommt.

Hubertus Becker
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Hubertus Becker, genannt Huby, ist eine „Verbrecher -Legende“. Sein Ehrenkodex, niemanden zu verraten, hat ihm nicht nur in der Unterwelt Respekt eingebracht und wird in Videos von Gangster-Rappern gepriesen. Als Haschisch-Schmuggler hat er auf internationaler Bühne ein Luxusleben geführt, das ihn mit prominenten Abnehmern seiner Schmuggler-Ware zusammengebracht hat. 1972 wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt, traf im Gefängnis auf Ludwig Lugmeier und startete ein neues Leben als Schriftsteller. Er gewann Preise, wurde von Martin Walser gefördert und ist inzwischen selbst ein aktiver Förderer der Gefängnis-Literatur. In seinem Sachbuch „Die Niederlage des Gefängnisses“, das an Michel Foucauld angelehnt ist, rechnet er mit dem Justizwesen ab und weist sein Versagen nach. Seine erzählenden Texte sprühen vor Abenteuerlust, Reiselust und Freude am Drama, sie verraten dabei stets eine gewisse Leichtigkeit und einen unbeugsamen Überlebenswillen.

Robert Baron von Berlershaut
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Diesmal lade ich Sie ein in das Dada-Künstlercafé in Berlin, das nach dem Vorbild von Kurt Schwitters als „Merz-Begegnungsstätte“ dienen soll. Ich spreche mit Robert Baron von Berlershaut, der sich selbst als einer der letzten lebenden Dadaisten sieht, über die Geschichte und die Aktualität dieser Kunstrichtung, die sich stets allen Erklärungsversuchen entzieht. Er erzählt von den turbulenten Anfängen im Cabaret Voltaire in Zürich, von der Verfolgung durch die Nazis als entartete Kunst und den späteren Erfolgen in New York. Für ihn ist Dada ein umfassendes Lebensgefühl, ein Impuls für Freiheit und Innovation.
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