
Uwe Nolte
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Haben Sie jemals davon gehört? Mögen Sie das? Oder mögen Sie es nicht? Wie auch immer die Antwort ausfällt, sie verrät etwas über unser Verhältnis zur Geschichte und zu Deutschland. Uwe Nolte, der eine Vergangenheit als brüllender Metall-Musiker hat, überrascht uns mit dem Bekenntnis, dass er durch die empfindsame Lyrik von Eichendorff und Schiller zum Neofolk gefunden hat und wie ihn die Wiederbelebung einer düsteren, romantischen Tradition nach Russland führte, wo er eine besonders heftige Liebe überstehen musste. Er erzählt von der beängstigen Verfolgung, die er in Deutschland und von der großen Verehrung, die er im Ausland erlebt hat – sowie von den immer noch lebendigen Erinnerungen an den letzten Krieg und von der Angst vor einem neuen.

Markus Vahlefeld
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Karl Lauterbach hat es unbedarft gesagt, Markus Vahlefeld hat es genüsslich in seinem neuen Buch zitiert: „Der Hitzetod ist die Spitze des Eisbergs“. Das Erstaunliche dabei: Keiner hat gelacht. Eine lähmende Humorlosigkeit und eine fortdauernde Angststarre kennzeichnen die aktuelle Stimmung in unserer „liberalen Demokratie“. Wie konnte es soweit kommen? Vahlefeld weist auf den Einfluss von Habermas hin und erklärt, wie entsprechend dessen Thesen die Wirklichkeit im Diskurs „geschaffen“ wird, und wie so der Diskurs zur „Kampfstelle“ wird, die uns eine „völlig irre gewordene Zivilgesellschaft“ beschert. Vahlefelds Buch „Die Krisenmaschine“ hat eine theoretische Höhe und gleichwohl eine persönliche Seite, wenn er zeigt, dass es ihm nahegeht, wie „Deutschland in Zeitlupe gegen die Wand fährt“. Doch er behält einen eigenwilligen Humor. „Denn der Weltgeist ist sehr lustig“.

Raymond Unger
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Raymond Unger malt und schreibt. Seine Bilder erzählen rätselhafte Geschichten, seine Texte evozieren verstörende Bilder. Sein neues Buch „KAI“ wirft einen Blick in die Zukunft, wo wir die Ungeheuer der künstlichen Intelligenz vermuten. Dabei wird schnell klar, dass wir bereits in einer ungeheuerlichen Welt angekommen sind. Ungers Kunst hat eine gewisse Leichtigkeit, die seinem Humor geschuldet ist, sie lässt aber immer auch die Kraftanstrengung spüren, die nötig war, um sich gegen die Unverdaulichkeit und Unzumutbarkeit der Zustände zu stemmen. In einem berühmten Bild hat er Politiker einer Pressekonferenz zur Migration porträtiert und ihnen Affengesichter aufgemalt. Das Bild nennt er: „Wir affen das“. So kommt alles zusammen: Wortkunst und Bildkunst, Wortwitz und ein schwergewichtiges politisches Statement.

Dr. Dr. David Berger
Sobald die Dinge ausgesprochen werden, so hat Robert Musil gesagt, verlieren sie ihre Macht über uns. In diesem Sinne äußert sich David Berger in einem ungewöhnlich intimen Bericht über seine Sünden, über exzessiven Drogenmissbrauch, über Sex-partys und seinen Bruch mit der Kirche. Aber auch darüber, wie er wieder zurückgefunden hat zum katholischen Glauben, der für ihn „Heimat“ ist, ein „Ordnungssystem“, eine Versöhnung mit der Kindheit. Berger spricht über die Bekenntnisse, die „Confessiones“, des Heiligen Augustinus, über Konstantin den Großen und über die Kraft im „Salve Regina“ steckt.
Er gibt außerdem Hilfestellung für die, denen der Zugang zum Katholizismus nicht so leichtfällt. Keinesfalls sollte man den Fehler machen, aufzugeben und mit Bitterkeit auf seine Verfehlungen zurückzublicken, vielmehr sollte man darin den Weg erkennen, auf den Gott uns führt. Er gibt uns die Freiheit, sich für das Gute und Wahre zu erscheinen und zu erkennen, dass der „Ausdruck der Wahrheit“ in der Schönheit liegt.

Dr. Kerstin Steinbach
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Die von Dr. Kerstin Steinbach so genannte „bessere Zeit“ (von 1965 bis 1975) zeichnet sich durch ein Lebensgefühl aus, das aus heutiger Sicht geradezu märchenhaft wirkt: Man konnte angstfrei seine Sexualität ausleben, selbstbewusst nackt sein und offen seine Meinung aussprechen. Beendet wurde das kurze Glück durch die aggressive „Schwarzerei“, also durch die staatlich abgesicherten Vorstöße von Alice Schwarzer, die uns den gouvernantenhaften Frauenrat und ein „gängelndes“ Sexualstrafrecht beschert haben und durch Berufsverbote, die durch den Radikalenerlass von Willy Brandt möglich wurden.
Steinbach hat die „verhassten Bilder“ der „besseren Zeit“, in der Prostitution und Pornokonsum rückläufig waren, lustvoll dokumentiert, wehmütig kommentiert und historisch eingeordnet. Damals galt: „Lustsuche statt Geldsuche“. Bei Sachfragen sollte die Vernunft auf dem Richterstuhl sitzen, die Geschlechterfrage sollte keine Rolle spielen, die Politik sollte sich heraushalten. Das ist vorbei. Eine Rückkehr zu der „besseren Zeit“ wird es so bald nicht geben. Jetzt geht es, so Steinbach, darum, die Wiedereinsetzung der Verfassung zu erstreiten und die Meinungsfreiheit zu verteidigen.

Milosz Matuschek
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In der Corona-Krise haben die Medien – gerade die Qualitätsmedien – von Anfang an versagt. Der Jurist und Journalist Milosz Matuschek, der für die angesehene Neue Zürcher Zeitung Kolumnen geschrieben hat, zieht in seinem Buch ‚Wenn’s keiner sagt, sag ich’s‘ eine bittere Bilanz, der man kaum widersprechen kann: Die Presse war keine Hilfe, sie war ein bedeutender Teil des Problems. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als eine funktioniere Presse so nötig gewesen wäre, wie nie zuvor. Es wird einen harten Aufprall geben. Wir brauchen dringend die Wahrheit: gimme the truth!

Peter Bickel, Johannes Clasen
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Hinter der Abkürzung MWGFD verbirgt sich die Gesellschaft der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, e.V.“ Da haben sich prominente Mediziner und Wissenschaftler zusammengefunden, um eine alternative Darstellung der Corona-Problematik an die Öffentlichkeit zu bringen. Peter Bickel sieht sich als ihr „Internetsprachrohr“. Er hat auf Symposien erlebt, was Betroffene zu berichten hatten – er musste weinen – und hat gleichzeitig erfahren, dass die Öffentlichkeit dazu schweigt.
So hat er sich entschlossen, den Internetseite zu gestalten, die nun als Anlaufstelle für Impfopfer dient und zugleich ein Podium für unterschiedliche Beiträge bietet. Die werden von Johannes Clasen moderiert, der einerseits Fachleute zu Wort kommen lässt, die etwas erklären, andererseits Betroffene, die sich offenbaren. Für ihn ist eine „Sprachkultur im Sinne einer Aufarbeitung die absolute Basis“ zur Überwindung der Spaltung der Gesellschaft. Die MWGDF fordert einen „offenen Dialog“ mit „wissenschaftlichen Studien, die auch konkurrierende Ansätze berücksichtigen“. Doch es wird nicht nur gefordert und geklagt, auf der Seite der MWGFD finden sich Möglichkeiten zur Versöhnung und Beispiele, wie Betroffene ihr Schicksal in Liedern und Gedichten verarbeiten und versuchen, ihr Leid zu überwinden.

Dietmar Bittrich
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Sei guten Mutes. Betrachte das Chaos der Bahn als Schule des Lebens! Dietmar Bittrich, der für bitterböse Satiren über misslungene Weihnachtsfeiern mit der buckligen Verwandtschaft und für das beliebte Gummibärchen-Orakel bekannt ist, zeigt in seinem neuen Buch, wie er von den Spitzen des schwarzen Humors zu goldenen Worten der Erleuchtung gefunden hat. Für ihn ist der Zustand der Bahn eine göttliche Fügung, die jeden Reisenden auf sich selbst und auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zurückwirft. „Bahnfahren macht glücklich“, lautet seine Losung. Na dann, viel Spaß.

Christoph Felder
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Der neue Film von Christoph Felder zeigt die spektakuläre Geschichte des Soldaten Larry Colburn, der sich 1968 im Vietnamkrieg seinen eigenen Kameraden mit Waffengewalt entgegengestellt hat und so das Massaker von My Lai beenden konnte. Was er an einem einzigen Tag innerhalb von vier Stunden erlebt hat, hat sein gesamtes weiteres Leben geprägt. Mehr noch: Das Trauma hat sich auf seinen Sohn übertragen.
Für Christoph Felder ist es wichtig, dass der Zuschauer nicht mit einem schlechten Gefühl aus dem Kino kommt. Er zeigt uns eindrückliche Bilder, in denen Geschichten enthalten sind, die in den Köpfen der Zuschauer weitererzählt werden. Felder führt uns die Spätfolgen vor, die sich über Generationen hinziehen. Der Film kommt zur rechten Zeit. Denn auch wir stehen vor der Frage, ob wir nicht auch mit dem Kriegstrauma unserer Vorfahren belastet sind, und ob wir heute bereit wären, unsere Kinder in den Krieg zu schicken. Wie weit würden wir gehen, wenn wir uns im Ernstfall verweigern wollten? Der Fall Larry Colburn macht das Dilemma deutlich. Wir müssen uns in so einem Fall fragen: Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich Widerstand leiste? Welchen Preis muss ich zahlen, wenn ich keinen Widerstand leiste und einfach mitmache? Wie würden wir uns entscheiden? Sein Sohn bemerkt beiläufig, als wäre es eine Selbstverständlichkeit: „Von meinem Vater habe ich gelernt, wie wichtig es ist, für den Frieden zu kämpfen“.

Akif Pirinçci
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Kein Katzenjammer beim Erfinder der berühmten Katzen-Krimis. Der Autor sollte ausgelöscht werden. Der Buchhandel, der eben noch seine Bücher in Mengen verkauft hat, tut es von heute auf morgen nicht mehr, auch wenn die Bücher gar nicht indiziert sind. Die literarische Welt schweigt dazu – nicht ganz: Einige stimmen sogar in den Chor der Dämonisierungs-Aufrufe ein und befeuern ihn. Akif Pirinçci erzählt von seinem spektakulären Erstling, der Eigenwelt der Katzen-Krimis, seinen literarischen Vorlieben und seinem Versuch, allen Angriffen zu widerstehen und sich in neue Abenteuer zu stürzen.
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