Folge 20: Tammy Peterson – Nach der Jordan Peterson Show

Tammy Peterson

Sendung anhören

Die New York Times nennt Jordan Peterson den „aktuell einflussreichsten Vordenker der westlichen Welt“, er ist auch einer der umstrittensten, der einerseits als der „neuer Sokrates“ verehrt und andererseits als Kritiker der woken cancel-culture heftig angefeindet wird. Seit Jahren ist er mit seinen Vorträgen auf Welttournee – nur in Deutschland war er bisher nicht. Gibt es da eine Besonderheit? In einem launigen backstage smalltalk gibt seine Frau Tammy ein Stimmungsbild von ihrem Termin in Berlin. Sie erzählt von den Hintergründen ihrer Tournee, den Protesten der Antifa und vom Umgang mit Anfeindungen.

Folge 152: Chaim Noll – „Große Erleichterung, aber keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung“

Chaim Noll

Sendung anhören

Chaim Noll, früher als Hans Noll bekannt, war auf Lese- und Informationsreise in Deutschland und Ungarn und hat das neue Buch „Verteidigung der Zivilisation. Israel und Europa in der islamischen Bedrohung“ vorgestellt. Er gibt ein differenziertes Bild von der Reaktion Israels auf das Massaker vom 7. Oktober und versucht eine Einordnung in die geopolitische Lage. Er erzählt von früheren Besuchen in Berlin, spricht von „deutscher Schwäche“ und vergleicht die Stimmung und das Lebensgefühl in Deutschland und Israel. Dabei kommt Deutschland nicht ganz so schlecht weg, wie er befürchtet hatte; denn er hat hier immer noch viele „vernünftige“ Stimmen erlebt, die sich, wie er hofft, durchsetzen werden. In einem nachgereichten Kommentar zur aktuellen Entwicklung nach der Freilassung der Geiseln spricht er von „großer Erleichterung“. Es gibt jedoch „keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung“.

Folge 154: Christian Zeller – Rettet die Redefreiheit!

Dr. Christian Zeller

Sendung anhören

Die Redefreiheit sowie die damit verbunden Meinungsfreiheit sind tragende Säulen einer Demokratie. Wir erleben gerade, dass diese Säulen nicht nur wackeln, sondern kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Christian Zeller spürt in seinem Buch „Zerstörung der Meinungsfreiheit. Eine politische Zeitdiagnose“ die Ursprünge und Voraussetzungen auf, die schleichend zu dieser Entwicklung geführt haben und zeigt, wie weit sich der Ungeist einer Cancel Culture bereits ausgebreitet hat. Dem will er entgegenwirken. Er stellt das „Bündnis für Redefreiheit“ vor, das aus der „Free Speech Union Schweiz“ hervorgegangen ist, und das über den Stellenwert der Redefreiheit und über die subtilen Methoden der Manipulation aufklären will. Er spricht über den „tribalistischen Knopf“, über Standpunktheorie und über die Katze von Jaques Derrida.

Folge 21: Manfred Rosenboom – Wie lange wollen wir leben?

Manfred Rosenboom

Sendung anhören

Der Schriftsteller Manfred Rosenboom erzählt die Geschichte vom Steinmännchen an der Marienkirche in Lübeck. Das ist die Figur von einem Kaufmann, der zur Zeit der Pest einen Pakt mit dem Tod geschlossen hat. Er kann nicht sterben, will aber auch nicht länger leben. Was geschieht? Er versteinert. Was sagt uns dieses Sinnbild vor dem Hintergrund der dramatischen Situation in den Alters- und Pflegeheimen? Ich spreche mit Manfred Rosenboom über Sterbehilfe und Lebenswillen, über frühen Sex und späte Lebensfreuden. Wir fragen uns, wie lange wir leben wollen ­und wie intensiv wir leben wollen.

Folge 107: Przemek Schreck – Kafka bei lebendigem Leib

Przemek Schreck

Sendung anhören

Przemek Schreck ist künstlerischer Gesamtleiter des Vereins „Die Erzählerei“. Am liebsten spricht er über Kafka. Seit mehr als 12 Jahren zieht er durch die Straßen von Prag und erzählt und erzählt. Er hält Vorträge in Schulen, Bibliotheken, Salons und leidenschaftlich gerne in Kaffeehäusern, wo Kafka sowieso hingehört und wo er ihn am besten mit seinen Erzählungen „lebendig machen“ kann. Das tut er mit Hingabe. Er stellt uns Kafka als lustigen und geselligen Menschen vor, jenseits aller „Klischee-Bilder“, die wir von ihm haben. Um es in einem für Kafka-Prosa typischen Als-ob-Satz zu sagen: Wenn Przemek Schreck von Kafka erzählt, ist es, als ob das Schwarzweiß-Bild, das wir kennen, immer farbiger und schließlich dreidimensional würde, als ob uns Franz Kafka gegenübersäße und uns anlächelt.

Folge 176: Bernhard Lassahn – Der Aufstand im Warschauer Ghetto. Der Schreck der Erinnerung

Bernhard Lassahn

Sendung anhören

Am 19. April 1943 begann der Aufstand im Warschauer Ghetto, der im Mai mit einer „Großaktion“ niedergeschlagen wurde, so dass der SS-Brigadeführer Jürgen Stroop melden konnte: „Der ehemalige Jüdische Wohnbezirk Warschaus besteht nicht mehr.“ 65.065 Juden wurden „erfasst“ und „nachweislich vernichtet“.

Ich blicke auf zwei Reisen zurück, die sich dem Geschehen annähern, auf zwei Ausflüge in die Vergangenheit mit viel Musik und mit persönlichen Erinnerungen. Ich erzähle die Geschichte einer Singschar, die in Polen auf Tour geht, um mit deutschem Liedgut und jugendlicher Fröhlichkeit die Verletzten in den Lazaretten aufzumuntern und vom Ghetto in Warschau zu berichten. Und ich stelle das Projekt „Benvenuti nel Ghetto“ der Gruppe Stormy Six vor, die von Mailand aus auf den Aufstand blickt. Dabei erkläre ich die Texte von Umberto Fiori, der italienische Poesie mit deutschen Fachausdrücken mischt, so dass wir Stichworte wie „Wehrmacht“, „jüdischer Wohnbezirk“, „Edelweiß“ und „Umschlagplatz“ heraushören, als könnten wir damit schon das ganze Elend erfassen.

Folge 179: Magda von Garrel – Mensch als Beute

Magda von Garrel

Sendung anhören

Man kann sich leicht von der scheinbaren Beiläufigkeit täuschen lassen, denn Magda von Garrel hat ihr Buch „Mensch als Beute“ so gehalten, dass sie uns zuhören lässt, wie Gespräche geführt werden. Das ist gut zu lesen. Und so werden wir wie auf Katzenpfötchen in das Thema geführt: Die Bedrohung durch „elitäre Transformationsprojeckte“. Sie warnt vor den Möglichkeiten der Digitalisierung, die gerade im Bereich der Bildung Schäden anrichten, vor der zunehmenden Überwachung, die sich in der Sanktionsliste der EU zeigt. Der Verlierer bei den gigantischen, teils offen kriminellen Geschäften, denen sie auf der Spur ist, ist immer wieder der Mensch, der ausgebeutet, überwacht und klein gehalten wird.

Bei den Gesprächen über Corona, Gesundheit, Ernährung, Bildung, Mobilität, Diskriminierung, Überwachung, Manipulationen, Demokratieverluste und Zukunftsprojekte bleibt am Ende eine offene Frage und es lauert stets ein Abgrund hinter der Fassade des freundlichen Tons, wenn es bei einem Gespräch beispielsweise um eine Katze geht. Es ist ein Buch mit einer schönen Oberfläche, wie man das von Smartphones kennt, aber mit einer ernsthaften Tiefe.

Folge 155: Sebastian Wessels – Liebe ist Wahrheit. Hass ist Lüge

Dr. Sebastian Wessels

Sendung anhören

Charlie Kirk hat es so gesagt: „Die beste Art, jemanden zu lieben, ist ihm die Wahrheit zu sagen“. Wenn ein freier und liebevoller Austausch von Meinungen abgebrochen wird, führt das zu Gewalt. Das musste Charlie Kirk auf tragische Weise erleben. Wie erleben wir die Reaktionen darauf? Sebastian Wessels hat sie ausführlich dokumentiert. Seine Arbeiten finden sich unter dem Stichwort „homo duplex“, womit gesagt sein soll, dass bei seinen Betrachtungen ein differenziertes Menschenbild zugrunde liegt.

In seinem neuesten Video „Charlie Kirk und die Medien: Halluzinationen gegen Hass und Hexe“ zeigt Wessels, was Charlie Kirk wirklich gesagt und getan hat, und stellt es den Verzerrungen gegenüber, die uns zugemutet werden. Mit unerbittlicher Genauigkeit entlarvt er die arglistigen Täuschungen und bewussten Verdrehungen, die inzwischen bei den Medien, die wir mit unseren Gebühren finanzieren, zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Also: Wer ist hier derjenige, der liebt? Und wer ist der, der hasst?

Folge 62: Theo Meyer – Krieg in Afrika – wie kann man helfen?

Theo Meyer

Sendung anhören

„Everywhere is war“, hat Bob Marley gesungen. Ist da eine Versöhnungsstrategie, die als „Swiss way of doing politics” bekannt ist, in der Lage, Konflikte zu entschärfen und Frieden zu stiften? Theo Meyer hat es versucht. Er war ein Leben lang in Entwicklungsprojekten tätig und als Vizepräsident der „Parliamentarians for Global Action“ mit dem Programm „Peace and Democracy in Africa“ in verschiedenen Friedensmissionen in Ruanda, Burundi, Tansania, Südafrika und im Kongo als Berater unterwegs. Er liebt Afrika und kennt die Not. Er erzählt von den frühen Anfängen seines Abenteuers in Togo und schließlich von seinem Ende im Gefängnis in Addis Abeba. Bei der Gelegenheit erfahren wir, was aus den Rastafari geworden ist, die glaubten, dass der als Ras Tafari Makonnen geborene „König der Könige“ mit dem Namen Haile Selassie ihr Erlöser sei und Afrika befreien könnte. Theo Meyer gibt einen kurzen Rückblick auf die Geschichte Äthiopiens, auf die besondere Rolle, die Haile Selassi für Jamaica und für die Reggae-Musik gespielt hat, und erklärt die Hintergründe der aktuellen Konflikte in Eritrea, deren Schatten bis nach Europa reichen.

Folge 61: Adorján Kovács – Wie geht Ungarn mit seiner Grenze um?

Dr. Dr. Dr. Adorján Kovács

Sendung anhören

 

Für die deutsch-deutsche Vereinigung war die Öffnung der Grenze in Ungarn eine entscheidende Hilfestellung. Beim „Paneuropäischem Picknick“ wurde im August 1989 demonstrativ ein Loch in den Zaun geschnitten, um Flüchtlinge aus der DDR, die es bis nach Ungarn geschafft hatten, in die Freiheit zu entlassen. Heute macht Ungarn die Grenze dicht. In Deutschland wird mit einem stark zunehmenden Ansturm von „Asylsuchenden“ gerechnet – in Ungarn nicht. Adorján Kovács gibt uns einen Überblick über das, was die beiden Länder verbindet; er berichtet von alten Bündnissen und überraschenden kulturellen Gemeinsamkeiten, von der „Puszta-Romantik“, vom „Volksaufstand“ – auch als „Konterrevolution“ bezeichnet ­–, von den Bestrebungen der Neokommunisten, den „Steppjacken-Brigaden“ und von aktuellen Spannungen mit der EU und Russland. Er selbst ist hier geboren, seine Eltern kamen 1956 als Flüchtlinge aus der „Hölle von Budapest“, die später zur „fröhlichsten Baracke im Kommunismus“ verklärt wurde. Adorján Kovács hat beide Länder intensiv erlebt, sah dabei stets Deutschland als seine Heimat an, kann sich nun allerdings vorstellen, nach Ungarn zu gehen, weil er sich da „freier fühlt“.