Folge 103: Frank Littek – „Retter in dunkler Zeit“

Frank Littek

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Die Stolpersteine haben ihn zum Stolpern gebracht. Frank Littek fing an, die Schicksale der deportierten Juden zu erforschen und richtete seinen Blick dabei auf die „Retter in dunkler Zeit“, die zumindest einigen Juden helfen konnten. Er erzählt rührende und schockierende Geschichten von unbekannten Helden, die oft genug für ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen mussten und später zu den „Gerechten unter den Völkern“ gezählt wurden. Es stehen ihm „die Haare zu Berge“, wenn er im Vergleich dazu an staatlich geförderte „Demos gegen rechts“ denkt, auf denen selbstgefällige Teilnehmer sich als Sophie Scholl und Anne Frank inszenieren. Die wirklichen Retter dagegen sind für ihn ein „Lichtblick“ – auch für unsere Zeit.

Folge 104: Sebastian Roth – Wie sieht die Welt von oben aus?

Sebastian Roth

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Sebastian Roth balanciert als „Highliner”, „Slackliner” und „Waterliner” in großer Höhe über der Erdoberfläche. Er berichtet von einer „Community“ von Extremsportlern, Akrobaten, Naturliebhabern und Aktivisten, die eine bessere Welt wollen, und die sich – so wie er es tut – in luftige Höhen begeben, in einen „Overground“. Sie gehen also nicht etwa in den „Underground“, sie tauchen nicht ab, sie steigen auf. Sebastian Roth, der nebenbei zahlreiche Schriften von Osho übersetzt hat, erzählt von seiner Hingabe zur Natur und zum Seiltanzen und verrät, dass er auf dem Hochseil Musik hört, die ihm das „Leben gerettet“ hat, und dass er, wenn er zurück auf festem Grund ist, Kontrafunk einschaltet, um wieder Bodenhaftung zu kriegen.

Folge 106: Michael Beilmann – Würde

Michael Beilmann

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Wir bemerken „Würde“ insbesondere dann, wenn sie fehlt; wenn wir es mit „Würdelosigkeit“ zu tun haben. Das hat Michael Beilmann mehrfach erlebt, sowohl in Situationen, in denen er der Untergebene war, als auch dann, wenn er eine Führungsposition innehatte und bemerkte, dass er andere ohne Respekt behandelt. Aus dieser „Wolke des Würdelosen“ ist er ausgestiegen, um als „Lebensnomade“ auf Reisen zu gehen, seinem „inneren Wesensempfinden“ zu folgen, den „Durchbruch zur inneren Freiheit“ zu wagen und „Impulse“ aufzunehmen. Aber auch Impulse zu geben. In seinem „Atelier zur Selbstwirksamkeit“ bietet er Coachings an, um „praktische Erfahrungen mit Würde“ umzusetzen und in einem gemeinsamen Prozess bessere Beziehungen zu gestalten.

Folge 105: Bernd Zeller – „Frechheit“, die alternativlos Biographie von Angela Merkel

Bernd Zeller

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Man merkt, dass er als Gag-Schreiber für die Harald-Schmidt gearbeitet hat und dass er vielfach seine Spuren in den Satire-Magazinen „Titanic“ und „pardon“ hinterlassen hat: Bernd Zeller ist ein Zeichner mit einer eigenwilligen, ganz besonderen humoristischen Note. Seine Angela-Merkel-Biographie ist nur „halb so dick“ wie die von Merkel unter dem irreführenden Titel „Freiheit“, aber „doppelt so lustig“. Sein Buch „Hat sich die Wende überhaupt gelohnt?“ verführt zu einer kritischen Bilanz und zu einem Blick auf die aktuellen Stimmungslage, die man tatsächlich nur noch mit Humor ertragen kann.

Folge 17: Markus Fiedler – Wikipedia – vom Gratis-Lexikon zum Denunzianten-Stadl

Markus Fiedler

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Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Alle Informationen werden für jeden frei zur Verfügung gestellte, jeder kann sich an dem Projekt beteiligen und sein Wissen mit allen teilen. Markus Fiedler, der inzwischen zwei Dokus zum Thema erstellt hat und sich als Sachverständiger für Verschwörungstheorien sieht, weiß es besser: „Die Wikipedia war nie ein Lexikon. Sie war immer ein Denunziations-Werkzeug, ein Werkzeug zur Manipulation der Massenmeinung.“ Mit ihm werfen wir einen Blick auf die dunkle Seite dieses ach-so-unschuldig wirkenden Online-Lexikons.

Folge 16: Nils Kercher, Kira Kaipainen – Magie der Weltmusik

Nils Kercher & Kira Kaipainen

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Weltmusik steht heute in der Kritik und muss sich rechtfertigen. Nils Kercher und Kira Kaipainen erzählen von Missverständnissen, von körperlichen Einsätzen, von der Mühe, sich mit fremden Kulturen auseinanderzusetzen und die Teile dann wieder zusammenzufügen. So konnten sie ihre eigenen Stimmen entdecken und zugleich einen gemeinsamen menschlichen Nenner finden, der die Kontinente und die Generationen verbindet. Es geht um Vorurteile, um Mythen, um Magie, um Tradition, um Sklaverei, um Beschneidung, um Trost und Hingabe und um eine Kraft, für die wir keine Worte haben.

Folge 63: Claudia Schietzel-Reimann, Jürgen Reimann – Was kann uns Musik sagen?

Claudia Schietzel-Reimann und Jürgen Reimann

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Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Musik ist ein Lebenselixier. Claudia Schietzel-Reimann und Jürgen Reimann wissen sehr wohl, was Musik bei den Menschen bewirken kann: Sie betreiben seit über 25 Jahren eine Musikschule und berichten, wie aufreibend es war, die erbarmungslose Zeit des Corona-Unglücks durchzustehen und den Menschen weiterhin die Möglichkeit offen zu halten, von Musik verzaubert zu werden. In der Not hat sich Jürgen Reimann als erfinderisch erwiesen; er hat eigene musikalische Miniaturen geschaffen und ins Netz gestellt. So entstand eine Art von Filmmusik für das kleine Kino im Kopf. Da stellt sich die Frage: Was kann ein Instrumentalstück überhaupt aussagen? Sein erfolgreichstes Stück heißt „mRna“. Wie klingt das? Was kann man da heraushören? Ein anderes Stück heißt „Hope“ und ist für den gleichnamigen Film von Kai Stuht gedacht, dem Nachfolgefilm von „Können 100 Ärzte lügen?“ Wir machen die Probe aufs Exempel: Wir sehen uns die Einzelteile an und lassen die Stücke auf uns wirken. Wie schmecken uns die Ergebnisse, wenn wir vorher über die Kochrezepte diskutiert haben?

Folge 18: Milosz Matuschek – Gibt es eine Versöhnung bei Menschheitsverbrechen?

Milosz Matuschek

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Das sind große Worte. Große Fragen, die wir normalerweise liegen lassen. Nun kommen sie auf den Tisch. Milosz Matuschek spricht von einem „staatlichen Menschheitsverbrechen“, von „millionenfacher schwerer Körperverletzung“, von einem „Großverbrechen“. Wir sprechen über den Film ‚Pandamned: Die Welt im Bann einer Pandemie‘‘ von Marijn Poels, den Milosz Matuschek initiiert hat – ein aufwändiger, anspruchsvoller und verstörender Film mit Überlänge, und wir stellen uns die Frage, wie bei einer derartig „monströsen Schuld“, eine Versöhnung überhaupt möglich ist.

Folge 170: Eugen Zentner – Kunst in Zeiten der Corona-Krise

Dr. Eugen Zentner

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Während der unglückseligen Corona-Jahren erlebten wir einen „Winterschlaf der Kultur“, wie es Friedrich Nietzsche genannt hätte. Für alle Kunstformen, die sich direkt an ein Publikum wenden wollten, gab es einen Lockdown, regierungskritische Töne wurden bekämpft. Für viele Künstler ging es ums Überleben. Obendrein stellte sich ihnen die Frage, mit welchen künstlerischen Mitteln sie die drängenden Themen verarbeiten sollten. Eugen Zentner hält die Form der Kurzgeschichte für besonders geeignet, um inneren Kämpfe darzustellen, die die Helden an einen Punkt bringen, von dem aus sie auf den „Boden ihrer Existenz schauen. Es ist ein Punkt größter Verzweiflung“. Er bringt dafür Beispiele aus seiner Sammlung „Corona Schicksale“ und spricht über die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte, in der die Situation selber zum eigentlichen Protagonisten wird.

In seinem Buch „Kunst und Kultur gegen den Strom“ stellt er Künstler vor, die sich keinen Maulkorb umbinden ließen. Einige davon waren schon bei „Unter Freunden“ zu Gast. Das Archiv dieser Sendereihe ist – wie auch das Buch von Eugen Zentner – ein Tummelplatz der kritischen Kunstszene, die eine bemerkenswerte Vielseitigkeit aufweist und – wie an den Kurzgeschichten von Zentner deutlich wird – den ernsthaften Willen hat, nicht nur als Protokoll der laufenden Ereignisse zu dienen, sondern sich als Kunst mit einem Eigenwert zu behaupten.

Folge 171: Rebecca Niazi-Shahabi – Die Sehnsucht, dass „Iran wieder Iran sein kann“

Rebecca Niazi-Shahabi

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Rebecca Niazi-Shahabi hat sowohl israelischen als auch iranischen Wurzeln. Sie erzählt von ihren Abenteuerreisen nach Teheran, als sie 1975 als Kind das Wunderland mit den imposanten, selbstbewussten Frauen und den schroffen Widersprüchen zwischen Glanz und Elend erlebt und sogar den Schah Reza Pahlavi getroffen hat. Dann musste sie 1979 mit ansehen, wie das Land von religiösen Eiferern übernommen wurde. Ihre Liebe zu dem Land wirkt immer noch nach und bereitet ihr vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse schlaflose Nächte. Gleichwohl sorgt sie sich um ihre Freunde in Israel, die ebenfalls in einem dramatischen Konflikt stecken. „Man darf sich gegen nichts und niemanden aufhetzen lassen, weil das nicht im eigenen Interesse ist. Krieg ist nicht in unserem Interesse“.

Rebecca Niazi-Shahabi erzählt vom Alltagsleben, von der Mode, von der Musik, und sie stellt uns Googoosh vor, eine lebende Legende, „ein Symbol für das, was Iran verloren hat“. Googoosh gehört zur Lebensgeschichte der Iraner wie eine gute Freundin, die man schon lange kennt, und verkörpert die Sehnsucht, dass „Iran unter einem Dach wieder Iran sein kann“.