
Georg Weisfeld, Dietmar Bittrich
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Nicht nur der strapazierte Weihnachtsmann, auch der Mann im Allgemeinen kann Weihnachten zum Problem werden. Manche meinen, er stünde den Festlichkeiten allzu nüchtern gegenüber, andere meinen: eben gerade nicht nüchtern. Georg Weisfeld, ein erfahrener Weihnachtsmann-Darsteller, erzählt, wie bei einer Performance durch überzogene Ansprüche an moderne Theater-Ästhetik die Bescherung zur Offenbarung wird. Dietmar Bittrich hat „Alle Jahre wieder …“ solche Geschichten gesammelt und die „Weihnachtsgeschichten mit der buckligen Verwandtschaft“ zu einem Markenzeichen gemacht. Beide geben praktische Tipps, wie man sich den geliebten Frauen gegenüber verhalten sollte, um die Feiertage richtig zu genießen. Darauf einen Lumumba!

Uwe Friesel
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Sollten sich Schriftsteller, um ihre Interessen durchzusetzen, gemeinsam mit Journalisten und Druckern der Gewerkschaft IG Druck und Papier anschließen, wie es Heinrich Böll vorschwebte, und wie es dann auch 1971 mit der Gründung des Schriftstellerverbandes VS geschah? Oder sollten sie, wie es Martin Walser vorschwebte, lieber eine „Industriegewerkschaft Kunst“ ins Leben rufen, zusammen mit Malern, Tänzern und anderen Künstlern? Schwer zu sagen. Schriftsteller sind offenbar schwierig. Sie sind Einzelgänger. Uwe Friesel erzählt von den „berühmten vier Uwes“ aus Hamburg und von den Anfängen des VS, sowie von der heiklen, aber letztlich geglückten Zusammenführung des Schriftstellerverbandes der BRD mit dem der DDR. Er nimmt uns mit nach New York auf die Bühne der internationalen Politik des PEN, wo man die „Macht der Literatur handgreiflich“ spüren konnte, und führt uns wieder zurück in die Sprachwelt des Friesischen und die Bedeutung eine Sprachgemeinschaft für unsere Identität.

Ulrich Kutschera
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Es geht um ein heißes Eisen. Besser gesagt um zwei heiße Eisen. Ein heißes Eisen im übertragenen Sinne ist das neue Buch von Ulrich Kutschera mit dem Titel „Corona-Wahn. Schluss mit Virus-Angst, Ekel-Masken und Impf-Manie“. Darin geht es neben einer aktuellen Bestandsaufnahme zur Corona-Lage um das historische Brenneisen, mit dem das Universalgenie E.T.A. Hoffmann einst behandelt wurde. Gibt es da etwa einen Zusammenhang? Ja. Es führt eine heiße Spur von dem medizinischen Drama aus dem Jahre 1822 direkt zur Charité, von den Prinzipien von damals zu den Defiziten von heute.

Dr. Dr. David Berger
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„Philosophieren heißt sterben lernen“. So sagte es Sokrates. Dr. Dr. David Berger ist Philosoph und Theologe zugleich, er hat sich schon im Alter von 16 Jahren in lateinische Schriften eingelesen, und war viele Jahre als Professor im Vatikan an der „Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin“ tätig. Er kennt die Schriften und hat persönliche Erfahrungen mit der Begleitung Sterbender. Er hat gelernt, dass der Tod „seinen Schrecken verliert“, wenn wir die Möglichkeit der Vergebung nutzen. Das „momento mori“ wird zum „momento vivere“ und erinnert an das „Wunderbare des Lebens“.
Er hofft, im Ewigen Leben nicht nur geliebte Menschen, sondern auch seinen Hund wieder zu treffen in der Herrlichkeit einer allumfassenden, göttlichen Liebe. Von Thomas von Aquin weiß er: „Der Tod beendet nicht das Leben, er verändert es“.

Hubertus Becker
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Hubertus Becker, genannt Huby, ist eine „Verbrecher -Legende“. Sein Ehrenkodex, niemanden zu verraten, hat ihm nicht nur in der Unterwelt Respekt eingebracht und wird in Videos von Gangster-Rappern gepriesen. Als Haschisch-Schmuggler hat er auf internationaler Bühne ein Luxusleben geführt, das ihn mit prominenten Abnehmern seiner Schmuggler-Ware zusammengebracht hat. 1972 wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt, traf im Gefängnis auf Ludwig Lugmeier und startete ein neues Leben als Schriftsteller. Er gewann Preise, wurde von Martin Walser gefördert und ist inzwischen selbst ein aktiver Förderer der Gefängnis-Literatur. In seinem Sachbuch „Die Niederlage des Gefängnisses“, das an Michel Foucauld angelehnt ist, rechnet er mit dem Justizwesen ab und weist sein Versagen nach. Seine erzählenden Texte sprühen vor Abenteuerlust, Reiselust und Freude am Drama, sie verraten dabei stets eine gewisse Leichtigkeit und einen unbeugsamen Überlebenswillen.

Bernhard Lassahn
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Diesmal gibt es eine Sondersendung. Ich erzähle die Geschichte, wie ich anno dazumal als Weihnachtsmann gedient und bei der Gelegenheit versucht habe, neue Sitten einzuführen. Es war nicht gerade so, dass ich statt dem üblichen „Ho, Ho, Ho!“, plötzlich „Ho, Ho, Ho Chi Minh“ ausrufen würde, aber ich wollte schon ein fortschrittlicher Weihnachtsmann sein und vor allem das Musikprogramm erneuern, so dass man unter dem Weihnachtsbaum statt „White Christmas“ auch mal was Besseres, was Weißeres hören konnte, weißer als weiß: „Whiter Shade Of Pale“. Aber noch war die zurückgebliebene Provinz nicht reif für den gesellschaftlichen Fortschritt. Ich kann meinen Auftritt als Weihnachtsmann nicht als Erfolg bewerten, aber mir wurde klar, welche Bedeutung eine Oma hat und ich musste zugeben, dass es so, wie uns „die Alten sungen“ doch nicht so übel war.

Bernhard Lassahn
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Rechtzeitig zu Weihnachten präsentiere ich die angebliche Lügengeschichte von Käpt’n Blaubär, der einst mit seinem Schiff voll mit Elchen zur Weihnachtsinsel segeln musste, obwohl da absolute Windstille herrschte. Ich sage die Wahrheit und beantworte Rätselfragen. Ich sage ehrlich, was ich von Kinderbuchautoren und von Schwachköpfen halte und warum die Wärmflaschen von Hein Blöd so beliebt sind. Ich verrate auch, wie sich Gerhard Schröder einst mit Hilfestellung vom Blaubär darauf vorbereitet hat, Bundeskanzler zu werden. Außerdem gibt es einen späten Nachruf auf Wolfgang Völz und eine verspätete Danksagung. Damit wünsche ich allen ein Frohes Fest.

Franz Esser, Michael Sailer
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Beide hatten 30 Jahre Erfahrungen auf der Bühne hinter sich, als Corona dem Treiben ein Ende setzte. Michael Sailer versuchte in einem „heimlichen Garten“ durchzuhalten. Da traf er auf Franz Esser. Aus der Begegnung wurde ein neuer Anfang mit gemeinsamen Projekten und neue Formaten. Franz Esser, der Musiker, greift dabei auf ein Spektrum zurück, das von Degenhardt-Liedern und Schlagern bis hin zu Popsongs und Mini-Hörspielen reicht. Michael Sailer, der „Büchernarr“, schreibt kritische Kommentare zu der „Chronik der laufenden Ereignisse“, die man wegen ihrer besonderen Beobachtungsgabe und Detailgenauigkeit mit den Aufzeichnungen von Victor Klemperer vergleichen kann. Beide sind nach der Corona-Krise wieder vor einem immer größer werdenden Publikum aktiv, lauter und lustiger denn je.

Magda von Garrel
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Man kann sich leicht von der scheinbaren Beiläufigkeit täuschen lassen, denn Magda von Garrel hat ihr Buch „Mensch als Beute“ so gehalten, dass sie uns zuhören lässt, wie Gespräche geführt werden. Das ist gut zu lesen. Und so werden wir wie auf Katzenpfötchen in das Thema geführt: Die Bedrohung durch „elitäre Transformationsprojeckte“. Sie warnt vor den Möglichkeiten der Digitalisierung, die gerade im Bereich der Bildung Schäden anrichten, vor der zunehmenden Überwachung, die sich in der Sanktionsliste der EU zeigt. Der Verlierer bei den gigantischen, teils offen kriminellen Geschäften, denen sie auf der Spur ist, ist immer wieder der Mensch, der ausgebeutet, überwacht und klein gehalten wird.
Bei den Gesprächen über Corona, Gesundheit, Ernährung, Bildung, Mobilität, Diskriminierung, Überwachung, Manipulationen, Demokratieverluste und Zukunftsprojekte bleibt am Ende eine offene Frage und es lauert stets ein Abgrund hinter der Fassade des freundlichen Tons, wenn es bei einem Gespräch beispielsweise um eine Katze geht. Es ist ein Buch mit einer schönen Oberfläche, wie man das von Smartphones kennt, aber mit einer ernsthaften Tiefe.

Friedhelm Reis
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Manche kennen Friedhelm Reis womöglich von seinen „Berliner Flair“-Stadtführungen mit Rikscha, die ihn schließlich dazu gebracht haben, ein Standardwerk über 800 Jahre Berliner Geschichte zu verfassen. Darin breitet er viele historische Quellen aus, weil er in neueren Büchern „nichts über die Seele der Stadt“ gefunden hatte. Seine umfassende Bildung geht letztlich auf seine Stasi-Haft zurück, als er in seiner Verzweiflung – nach Aufhebung des Leseverbotes – Hilfestellung und Kraft in den Schriften der Klassiker fand, besonders bei Schiller, wo es im ‚Don Carlos‘ heißt: „Verlerne zu bedürfen, was man dir verwehren kann“, und in ‚Maria Stuart‘: „Man kann dich niedrig behandeln, aber nicht erniedrigen“.
Zwei Pilgerreisen haben ihm geholfen, seine Depressionen zu bekämpfen und er hat es geschafft, über das Grauen der Verfolgung durch die Stasi zu schreiben. Er hat dabei gelernt, dass Hass immer nur den zerstört, der hasst, aber „niemals den Verursacher“, und dass er „verzeihen und vergeben“ muss.
Friedhelm Reis sieht sich heute in einem „Land, das seine Kulturgeschichte nicht wertschätzt, seine Wurzeln nicht kennt, keine Vorbilder hat und die Handwerkskunst gering geschätzt“. Er sieht einen Mangel an Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenfinden und sich ernsthafte die Frage nach dem Glück stellen, wie er es einst in Salons in Berlin kennengelernt hat. So eine Salonkultur möchte er wiederbeleben. Mit seinen Büchern will er uns die Möglichkeit geben, die Schätze der Bildung kennenzulernen und die „Magie der Hände“, wie sie sich in der Handwerkskunst zeigt.
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