„Unter Freunden“ 2023

Meine Sendereihe „Unter Freunden“ kann man jeden Donnerstag um 20.05 Uhr auf Kontrafunk hören. Um 23.05 gibt es eine Wiederholung. Sowie um 08:05 und um 11:05 Uhr am nächsten Tag. Die Sendungen werden auf Facebook geteilt und auf Youtube, und sie werden auf der Seite des Senders archiviert: Es gibt eine Schaltfläche auf der Seite rechts oben (neben „Start“), die „Nachhören“ heißt. Da findet man leicht alle Folgen von „Unter Freunden“. Man findet sie auch auf dem Balken mit der Inschrift „Talkshow“. Alle Sendungen aus dem Jahr 2022 findet man hier.

 

Komm! Ins Offene, Freund!

 

“ … So komm! daß wir das Offene schauen,
Daß ein Eigenes wir suchen, so weit es auch ist.“

Friedrich Hölderlin

Zwei Vorstellungen hatte ich im Sinn, als ich dieses „Format“, wie man es unter Medien-Leuten nennt, ausgebrütet habe. Denn es ist schon eine recht spezielle Form des Gespräches, bei dem es vor allem darauf ankommt, in welchem Geist es stattfinden, unter welchem Stern es steht – kurz: dass es auch ein Gespräch wie UNTER FREUNDEN ist.

Dabei habe ich einerseits an das bekannte Zitat von Jean Paul gedacht, der meinte, dass ein Buch „ein langer Brief an Freunde“ sei, und andererseits an das Bekenntnis von Thomas Jefferson, der sich vorgenommen hatte, dass er einen Unterschied in politischen, philosophischen oder religiösen Ansichten niemals als Grund sehen würde, deswegen eine Freundschaft aufzugeben.

Das war einmal. Ich weiß: Heute sieht das anders aus. Die Welt des Buchhandels ist keineswegs so, wie Jean Paul sich das gewünscht hat. Heute zerbrechen Freundschaften schon am falschen Sprachgebrauch. Ein freundliches Lächeln verschwindet hinter einer Maske. Heute finden überhaupt keine richtigen Gespräche mehr statt. Es gibt keine Unterhaltungen mehr UNTER FREUNDEN. Weder unter Freunden, noch im Rundfunk. Es gibt keine gute Unterhaltung unter missgünstiger Überwachung.

Ich weiß es selber: Ich habe hier von Idealen aus einer anderen Zeit geträumt. Aus einer anderen Welt. Doch es gibt solche Ideale. Es gab sie zumindest. Sie sind nicht neu. Sie sind bereits in der Welt. Es sollte sie wieder geben. Es sollte sie gerade dann geben, wenn sie dem nervösen Zeitgeist nicht gefallen.

Es gibt Hörer, die zumindest in einer Hinsicht so sind wie ich: Sie haben sich alle Sendungen angehört. Sie haben schnell gemerkt, wie unterschiedlich die Gespräche sind und dass sie dennoch etwas haben, das sie alle verbindet: mein Bestreben, gute Unterhaltung in Form von guten Unterhaltungen UNTER FREUNDEN anzubieten. Aus der Fülle des Lebens. Aktuell – und gleichwohl über den Tag hinaus. Deshalb werden die Gespräche archiviert.

 

 

Folge 32

Peter Dams – Brian O’Gott

Von der Feinstaub-Polizei zur Jazzpolizei

 

Erinnern Sie sich noch an 13.000 Tote jedes Jahr allein durch Feinstaub? Peter Dams hat nachgemessen und kann erklären, was dahintersteckte. Er hat die Messgeräte, die er einst selbst am Straßenrand installiert hat, zurückgelassen und ist mit der Spaß-Kapelle, die sich „Jazzpolizei“ nennt, zurück auf die Straße gegangen. Aus Peter Dams, dem Fachmann für Umwelttechnik, ist die Unterhaltungsfachkraft mit dem Künstlernamen Brian O’Gott geworden, der statt düster raunenden Horrormeldungen lieber Spaß und gute Laune verbreitet.

 

 

Folge 31

Jens Fischer Rodrian

Julian Assange – die offene Wunde der westlichen Werte

 

Jens Fischer Rodrian, der in den USA das Musikgeschäft kennengelernt hat und in Deutschland seinen eigenen Stil gefunden hat, musste sich bisher drei Bewährungsproben stellen, so wie es in letzter Zeit alle Künstler, für die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit gültige Ideale sind, tun mussten. Wie sollte er sich zu Corona verhalten? Wie zum Krieg? Wie zum Fall Julian Assange? Er berichtet vom Widerstand im Lockdown, von seiner Aktion „Friedensnoten“ und von den Konzerten für Julian Assange ­– der offenen Wunde der westlichen Werte.

 

 

Folge 30

Jens Kegel

Die neue Sprachverwirrung

Wir wissen nicht mehr, wie wir sprechen sollen. Wir leiden unter den Zumutungen der Gender-Aktivisten, unter Manipulationsversuchen und unter dem Wiederaufleben von Staats-Propaganda, die wir eigentlich für überwunden gehalten hatten. Der Sprach-Coach Dr. Jens Kegel hat sich jahrelang speziell mit Joseph Goebbels beschäftigt, hat als Ossi Déjàvu-Erlebnisse und kommt in einem unter diesen Umständen überraschend lockerem Gespräch zu dem Fazit, dass wir die ersten Schritte hinein in ein totalitäres System bereits getan haben. Wir sehen uns einige Worte genauer an: „Impfung“, „Aktivist“, „Antifaschist“ ­ und wir versuchen, sie zu entlarven.

 

 

Folge 29

Leon Wilhelm Plöcks

„Wir sind keine Maschinen!“

 

Doch leider liegt der „großen Transformation“ ein Menschenbild zugrunde, das uns als leblosen Mechanismus ohne geistige Dimension betrachtet und mit dem Gefühl zurücklässt, wir wären „Ikonen einer längst vergangenen Zeit“. Ich spreche mit Leon Wilhelm Plöcks über die Gefahren, die im Transhumanismus und im Posthumanismus lauern – aber auch darüber, wie wir uns den Entwicklungen, die sich schon lange abgezeichnet haben, entgegenstellen können: durch Innehalten, durch Immunisierung gegen Manipulation, durch Gewahrsein und durch ein Bemühen um Transzendenz. Also: bleiben wir optimistisch, besinnen wir uns auf unser Menschsein.

Fußnoten und Hinweise

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